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Familie/Frauen: Çeyîz
Geschrieben am Mittwoch, 08. Oktober 2008 von rinret

Gesellschaft

Çeyîz (vom arabischem Cîhaz), bezeichnet die Güter, die die Braut mit in die Ehe bringt.

Die Mitgift eines kurdischen Mädchens besteht traditionell aus Geschenken für die Älteren in der Familie des Bräutigams, Geld, Gold, Teppiche, Kleidung, Töpfe, Gläser, Bettwäsche etc., wobei die Mehrheit der Mitgift aus selbstangefertigten Dingen bestehen, die während der Kindheit von ihr selbst und kurz vor der Hochzeit von allen Frauen im Haus angefertigt werden.

Mädchen beginnen im Alter von 10 Jahren mit der Bereitung ihrer Aussteuer. Sie lernen dabei stricken und nähen und verzieren dabei ihre eigenen Dinge mit verschiedensten Motiven. Außerdem werden meist sehr bunte Farben dafür ausgewählt. Das tägliche Arbeiten an der Aussteuer, die mehrere Stunden am Tag in Anspruch nimmt, dauert bis zu sechs Jahren, danach sind sie im heiratsfähigem Alter.

Die Art der Aussteuer und die Verzierungen daran lassen erkennen, aus welchen Verhältnissen die Braut stammt. So beinhaltet die Aussteuer einer Braut unter den Nomaden vorwiegend Teppiche, Kissen o.ä. - Dinge, die man für ein Nomadenleben im Zelt brauchen kann.

Bei den Dorfbewohnern kommen neben der handgefertigten Wäsche, die typischen Sachen für die Küche, also auch Haushaltsgeräte und Porzellan, hinzu.

(Aussteuer einer kurdischen Nomadin aus Khorasan)

 

Diese Sachen werden dann alle in eine eigens dafür vorgesehene Truhe (Kurdisch: Sandix) gelegt, die die Braut am Hochzeitstag, wenn sie in das Haus des Mannes umzieht, mitnimmt.

Die Çeyîz ist für die Braut sehr wichtig, da der Brautpreis meist in andere Quellen fließt und damit ist sie der einzigste Besitz des Mädchens. Außerdem besitzt die Aussteuer ein ähnliches Prestige wie Qelin, auch gilt, je wertvoller und höher die Çeyîz ausfällt, um so höher ist das Ansehen der Braut bei den Schwiegereltern und damit auch ihre Behandlung im Haus des Ehemannes. Hinzu kommt, dass die Çeyîz die Grundlage für die Gründung eines eigenen Haushaltes ist, in den man nach einer gewissen Zeit im Hause der Schwiegereltern umziehen will. Auch die Männer bekommen von ihren Eltern eine Art Aussteuer, die aber, da sie im Haus verbleibt, nicht so genannt werden kann. Die Eltern des Bräutigams statten ihren Sohn zum Beispiel mit Bettwäsche, Haushaltsgeräte etc. aus.

 

 


Quelle: Faik Timur: Kurdische Kultur zum Kennenlernen. Leben, Sitten und Gebräuche, in: Kurdistan heute Nr. 21/22, September/Oktober 1997. Kordi, die Kurden Chorasans, in: torba 1/99.


Çeyîz

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