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Literatur über Kurdistan: Abdullah Cevdet
Geschrieben am Mittwoch, 01. Oktober 2008 von Baran Ruciyar

Literatur

Abdullah Cevdet (liter. Abd Allah Djewdet), ein osmanisch-türkischer Schriftsteller von kurdischer Herkunft.

Er war auch ein Dichter, Übersetzer, Freidenker und ein Ideologe der Jungtürken, führte die Bewegung in der Verwestlichungphase des osmanischen Reiches von 1908 bis 1918 mit an. Er war einer der Intellektuellen in der damaligen Türkei, der suggestiv auf K. Atatürk wirkte. Er war der erste Vorkämpfer für die Lateinisierung des türkischen Alphabets.

Cevdet war 1869 in Arapkir in der heutigen Provinz Malatya geboren, und ging nach Istanbul um zu studieren. Zwischen 1889 – 1895 studierte er an der militärischen Medizinschule. Er war ein bekannter Atheist und wurde wegen seiner Blasphemie gegen den Propheten verhaftet und wieder freigelassen. Aus diesem Grund wurde er als „ewiger Feind des Islam“ tituliert. 1895 befand er sich unter den Jungtürken, die nach Fezzan verbannt wurden. Er flüchtete von dort und kam nach Paris, wo er zunächst in der Zeitschrift „osmanli“ einige Artikeln veröffentlichte. Nach seiner Amnestie arbeitete er drei Jahre in der osmanischen Botschaft in Wien als Beamter, musste jedoch wegen Streitigkeiten mit dem Botschafter seinen Arbeitsplatz verlassen. Danach ging er nach Genf, wo er die jungtürkischen Zeitung „Ichtihad“ herausgab. Er war ein großer Gegner des Kalifats und der Bezeichnung „die osmanische Nation“.  A. Cevdet schrieb in der Ausgabe vom November 1906: „ meiner Ansicht nach bedeutet die Bezeichnung „die osmanische Nation“ das Gleiche wie „die osmanischen Knechte“. Ebenfalls lehnte er auch die Bezeichnung „Osmanli“ für das osmanische Territorium ab, diese sollte nach ihm durch „Turkiya“ ersetzt werden, aber die Einheit der Volksgruppen sollte nicht eine Türkisierung zufolge haben, jede Volksgruppe sollte ihre Sprache und Kultur pflegen. Jedoch schlug er auch gleichzeitig vor, sich von der traditionellen Kultur gänzlich zu lösen und sich an die europäische Kultur anzugleichen (vgl. Hacisalihoglu, s,327).

Letztendlich wurde er aus der Schweiz ausgewiesen, weil er den Sultan in einer seiner Gedichte beleidigt hatte. Von dort aus ging er nach Kairo, und setzte die Herausgabe seiner Zeitung fort. 1919 konnte er nach Istanbul zurückkommen, wo bis seinem Tod 1932 lebte und weiterhin seine Zeitung herausgab. 

 


Quellen: Mehmet Hacisalihoglu: Die Jungtürken und die mazedonische Frage(1890-1918), Oldenburg 2003. Depenheuer, Otto: Zwischen Säkularität und Laizismus, Hamburg 2005. Karl Süssheim, "Abd Allah Djewdet" EI1, s. 55-60. Buhbe, Matthes, Türkei, Politik und Zeitgeschichte, Studien zu Politik und Gesellschaft des Vorderen Orients. Band 2, 1996.

Abdullah Cevdet

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