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Südkurdistan: Alvand
Geschrieben am Montag, 04. August 2008 von Baran Ruciyar

Geographie

Kûh-e Alvand (Kurd. Elvend), ein Gebirgszug zwischen Kirmaşan und Hamedan. Die genaue Lokalisation ist: 34°12′58″N, 47°14′28″E.

In den alten Handschriften wird er „aştaurus“ genannt (Bartholomea; 200). Etymologisch  bringt Eilers (1988; 313) den Namen mit Arvand/t in Verbindung. Alvand bezeichnet im Iran mehrere Ortschaften, Stämme (vgl. Lek), Flüsse (vgl. Hulvan) und Berge und ist in keiner dieser Kategorien einmalig (ebenda).

Der Alvand ist ein an einem Punkt der Verzweigung zwischen den Zagros-Falten und der zentralen iranischen Hochebene lokalisiertes Gebirgsmassiv. Ungefähr 50 Kilometer lang, seine maximale Nord-Südbreite ist 30 Kilometer, umfasst er einige Spitzen über 3.500 m und einem Gipfel von 3.580 m.

Die ursprüngliche Vegetation war vermutlich ein spärlicher Eichenwald, aber dieser wird gegenwärtig durch Abholzungen etc. zerstört, und Bäume wachsen nicht mehr natürlich. Die höhere Schicht hat eine dünne Grasabdeckung und sind traditionelle Weideplätze verschiedener nomadischer Gruppen: Die Tirkeşvend und einige kleine Stämme der Luren, die den Lekî-Dialekt sprechen. Die Tirkeşvend benutzen die westliche Flanke des Alvand-Gebirgszug als ihr yeylāq (Sommerweide); ihr Qişlaq (Winterweide) ist im Bezirk von Gīlān-e Ḡarb nahe der irakischen Grenze. Die östliche Flanke wird als Sommerweide durch als Winterquartier von einigen nomadischen Gruppierung der Şahseven benutzt.

 

Insbesondere im Frühjahr gibt er gewaltige Wassermaßen durch die Schneeschmelze frei, die zu Bewässerungszwecken genutzt werden. Das gute Klima und das daraus resultierende landwirtschaftliche Potenzial hat zu einer Entwicklung der Agrarkultur in der Region geführt. In den Tälern wächst zumeist Weizen. Die am häufigsten vorkommenden Tiere sind Schafe und Ziegen. Die Strecke war ein lebenswichtiger strategischer Punkt auf der mittleren königlichen Straße und den folgenden Linien der Kommunikation zwischen der iranischen Hochebene und Mesopotamien bis zu dem 20. Jahrhundert. Es ist noch eine Zone des Überganges zwischen türkischem, kurdischem (lekî), Luri und Persisch-sprechende Völkern. 

 

 


Quellen: Eckart Ehlers: "Der Alvand Kuh: Zur Kulturgeographie eines iranischen Hochgebirges und seines Vorlandes," in Adolf Leidlmair-Festschrift, Insbrucher Geographische Studien 5, 1979, s. 483-500. Christian Bartholomae (Hrsg.): Altiranisches Wörterbuch, 1961. Wilhelm Eilers: Der Name demawend, Olms Verlag, 1988.


Alvand

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