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Ostkurdistan: Bîcar
Geschrieben am Mittwoch, 06. August 2008 von Baran Ruciyar

Geographie

Bîcar (Bijar), eine Stadt und Gemeinde (şahristan) in der iranischen Provinz Kurdistan.

Name. Der Name der Stadt könnte sich aus dem Kurdischen „Bajar“ (Stadt) entwickelt haben. Folglich auch die Bezeichnung Bîcar-e Garrûs, die Stadt von Garrûs.
Gemeinde. Der Gemeinde gehören ca. 270 Dörfer an; folgende Einheiten (dahestan) sind Teil der Gemeinde Bîcar: Baba Reşanî (487 Einwohner), Bîcar (46 700), Çeşme Menteş (1 024), Xandaqolî (1 015), Xor Xworeh (882), Pîr tac (1468), Seydan (903), Top axaç (2 197), Yasûkend (3 306), Zeynel (926). Die Bevölkerung besteht mehrheitlich aus schi´itischen und yaresanistischen Kurden, die einen Subdialekt des Kelhurî sprechen; ihr Dialekt Garrûsî weist bemerkenswerte Gemeinsamkeiten mit dem Kurmancî auf. Daneben leben hier wenige Aserbaidschaner und Perser.
Lage. Die Stadt liegt im Osten der Provinz Kurdistan und ist mit 1.920 m die höchstgelegene Stadt vom Iran. Bîcar liegt 193 km nordwestlich von Hamedan, auf dem alten Weg von dieser Stadt nach Täbriz. Der Bezirk von Bîcar enthält einen verhältnismäßig kleinen Bereich (6.084 km2) in einem rauen, Gebirgsland (einige Spitzen sind gut über 2.000 m) durchquert durch die Flüsse Safidrud und Talvar.
Geschichte. Erwähnt im 15. Jahrhundert als ein Dorf, das zum Safaviden Reich gehörte, entwickelte sich Bîcar unter den ersten Safaviden-Shahs zur einer großen Stadt. Unter den Kadjaren wurde ein Teil der kurdischen Bevölkerung nach Mazandaran verlegt. Im 19. Jahrhundert, während des Ersten Weltkrieges wurde sie von den russischen, britischen und türkischen Truppen belagert und besetzt. Während seine Bevölkerung vor 1914 ungefähr 20.000 geschätzt wurde, verringerten Zerstörungen des Krieges und Hungersnöte in 1918 ihn beträchtlich. In 1976 wurde die Bevölkerung auf 17.224 Einwohner, überwiegend Kurden, geschätzt.
Wirtschaft. Bîcar ist Zentrum einer wichtigen und international berühmten Teppichindustrie. Die Bîcar-Teppiche sind national und international sehr beliebt. Hier ist Teppichherstellung hauptsächlich eine Häuschenindustrie und es gibt keine Fabriken. In der Vergangenheit arbeiteten 44% der Gesamtbevlkerung in der Teppichindustrie. Der Bîcar gehört zu den solidesten und hochwertigsten Orientteppichen überhaupt. Auch Viehzucht ist nach wie vor von immenser Bedeutung für die ländliche Bevölkerung.



Quellen: Siehe auch: Xacevend, Garrûs, Garrûsî, Erdelan, Bîcar-Teppiche. E. Ehlers, der Iran: Grundzüge einer geographischen Landeskunde, Darmstadt, 1980, S. 241, 373-74. Eckart Ehlers: Bijar, In: EncIr. Bevölkerungsstatistik.de (letzter Besuch:04.08.08).


Bîcar

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