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Sprachen: Cemal Nebez
Geschrieben am Sonntag, 05. Oktober 2008 von rinret

Linguistik

Dr. Cemal (Jemal) Nebez, geboren am 1. Dezember 1933 in Suleymaniya Irak, ist ein kurdischer Sprachwissenschaftler.

Neben dem Besuch der staatlichen Schule in Suleymaniya studierte er auch islamisches Recht, Philosophie und Theologie. Anfang der 50iger Jahre ging er nach Bagdad, um Lehramt für Mathe und Physik zu studieren. Ab Oktober 1955 lehrte er an verschiedenen Oberschulen im irakischen Teil von Kurdistan, Kirkuk und Hewlêr, und im Irak, Bagdad und Basra, Physik und Mathematik. Mitte 1956 reiste Cemal Nebez nach Syrien und Libanon und ein Jahr später in den iranischen Teil von Kurdistan und nach Teheran, wo er überall viele kurdische Intellektuelle traf. In Kermanshah  traf er unter anderem den Schriftsteller Fath-Ali Haidari Zebajoui und in Sanandaj den Kleriker und Schriftsteller Ayatollah Muhammed Mardokh-i Kurdistani, die beiden in der kurdischen Sprache publizierten.

1962 entschied sich Dr. Nebez ein neues Studium in Europa aufzunehmen. Von 1963 bis 1966 studierte er schließlich Pädagogik, Iranologie und Islamwissenschaften in München und Würzburg, wo er sich auch für die Organisation kurdischer Studenten einsetzte. So gründerte er 1965 mit Brusk Ibrahim und Latif Ali in München die NUKSE (National Union of Kurdish Students in Europe). 1967 ging er für drei Jahre an die Universität nach Hamburg und setzte dort sein Studium fort. Von 1970 bis 1977 studierte er an der Freien Universität von Berlin Politikwissenschaft, Journalismus und Jura., wo er auch lehrte. Bis 1982 lehrte er an verschiedenen Universitäten. So von 1971-72 am Ethnologischen Institut der FU Berlin als Lektor und bis 1978 als Lektor Institut für iranische Philologie der FU. Außerdem war er von 1972 bis 1976 wissenschaftlicher Mitarbeiter der Orientalistik des DFG. Nach dem Ende seines Studiums 1978 wurde er für 2 Jahre Assistent des Professors für Islam und iranische Sprachen der FU Berlin. In dieser Zeit, bis 1983, beschäftigte er sich besonders mit der Erforschung der persischen Sprache und arbeitete als Übersetzer in Berlin und München, hier für das Bayrische Bildungsministerium.

1985 war er zusammen mit vielen kurdischen Akademikern und Intellektuellen der Mitbegründer der „Kurdischen Akademie der Wissenschaft und Künste“ in Stockholm.

 

Bereits zu seiner Studentenzeit in Bagdad begann Cemal Nebez Artikel über die Kurdenproblematik zu schreiben. 1954 veröffentlichte er zum Beispiel eine Artikel in der „Sawat al-Ahali“ (Stimme des Volkes), wo er sich mit der Kurdenproblematik in der Türkei auseinandersetzte.

Auch mit wissenschaftlichen Büchern befasste er sich bereits in seiner Studienzeit und verfasste das erste kurdische Physik- und Mathebuch "Einleitung in die Mechanik und Eigenschaften der Materie" , dass 1960 mit einem umfangreichen Fachtermini-Glossar der Physik in kurdischer Sprache erschien.

Cemal Nebez war immer ein Verfechter des lateinischen Alphabets für die kurdische Sprache.

 

 

Seine Publikationen

 

Çirokî Gerdaweke, Kurdische Übersetzung von "Der Sturm" von "The Tempest" von William Shakespeare, Bagdad 1955.

 

Lalo Kerim "Onkel Kerim". Ein kurdischer Roman, Hewlêr 1956.

 

Xwêndewarî be Zimanî Kurdî "Grundschulbildung in der kurdischen Sprache", Bagdad 1957.

 

Nusînî Kurdî be Latînî "Kurdisch schreiben mit lateinischem Alphabet", Verlag: Çapxaney Me’arif, Bagdad 1957.

 

Wergêran Hunere "Übersetzung ist eine Kunst", Verlag: Çapxaney Jîn, Silemani 1958

 

Palto, Kurdische Übersetzung von "Der Mantel" von Nikolai Wassiljewitsch Gogol, Baghdad 1958.

 

Seretay Mîkanîk û Xomalekanî Made "Einleitung in die Mechanik und Eigenschaften der Materie", Bagdad 1960.

 

Kurdische Schriftsprache. Eine Chrestomathie moderner Texte,Verlag: Buske, Hamburg 1969.

 

Sprichwörter und Redensarten aus Kurdistan, Verlag: NUKSE (National Union of Kurdish Students in Europe), München 1970.

 

Der Kurdische Fürst Mir-e Kora (Rawandizi) im Spiegel der Morgenländischen und Abendländischen Quellen Eine wissenschaftliche Abhandlung, Hamburg 1970.

 

Kurdische Märchen und Volkserzählungen, Verlag: NUKSE, Bamberg 1972

 

Zimanî Yekgirtûy Kurdî "Hin zu einer vereinigten kurdischen Sprache", Verlag: NUKSE, BRD 1976

 

Hendêk le Kêşe Binretêkanî Qutabxaney Kurdî Sosiyalizm "Einige fundamentale Erwägungen über die kurdische Schule des Sozialismus", Stockholm 1984.

 

Govari Komonistawey ‚Yekêtîy Têkoşîn‘ (1944-1945) û Îdyolojîy Xurdeborjway Marksistî Kurd "Kommunistisches Magazin ‚Einigung des Kampfes‘ (1944-1945) und die Ideologie der kurdischen Kleinbourgeois", Stockholm 1988.

 

Rojanî Awareyîm le Swêsre "Mein Exil in der Schweiz", Silemani 1999

 


Quellen:

 

http://www.jemalnebez.com/id10.html

http://www.kurdbun.de/ (letzter Besuch: 11.07.08)


Cemal Nebez

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