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Allgemeine Geschichte: Davalî (Çahar Dowlî)
Geschrieben am Montag, 06. Juli 2009 von rinret

Herrschaftsstrukturen Die Davalî (auch Çahar Dowlî) ist ein türkisierter lurischer Stamm im westlichen Iran.

Der Name Çahar Dowlî soll nach einer Legende an den Sieg über weitere vier Stämme erinnern.

Bereits noch in der Zeit vor den Qajaren wurde der Stamm nach Fars deportiert. Später ließ Aqa Shah Mohammed Qajar sie nach Qazvin, der Provinz nordöstlich von Hamadan umsiedeln. Bis Abbas Mirza sie schließlich in Westaserbaidschan im Zarrinarud-Tal (nordöstlich von Mehabad) zwischen Miandoab und Şahin Dez ansiedelte. Dort legete er für die Davalî Winterdörfer an und  bot ihnen die Einnahmen dieses Bezirkes an, wenn der Stamm im Gegenzug ein Truppenkontingent stellt. Die Davalî nahmen dieses Angebot an und erhoben das Gebiet westlich von Şahin Dez zum Fürstensitz.

1808 zogen die Davalî  erfolgreich gegen  die Russen im Khanat Naxtşivan. 1827 flüchteten sie allerdings dann nach Hamadan, als die Russen Maraga besetzten. Die geflüchteten Davalî siedelten sich südöstlich von Qorva an. Jedoch verblieben ca. 1.000 Davalî Familien im Zarrinarud-Tal. Die Familien lieferten sich wechselseitig blutige Kämpfe mit den Kurden, die diese Region überfielen und Machtkämpfe um die versprochen Einnahmen aus ihrem Bezirk mit der persischen Zentralregierung.

Als J. Bent diese Familien im Jahre 1888 besuchte, berichtete er, dass diese Familien in einem relativen Wohlstand lebten und dass ihr Fürst, Newroz Khan, der einzige dieser Region wäre, der erfolgreich die Kurden fernhält. Nezroz Khan lebte in Qasi und hatte sich dort ein kleines Reich erschaffen, der sich außerdem vehement weigerte Steuern an die Zentralregierung zu zahlen.

Während der Revolution zwischen 1906/11 ernannte  1908 Mohammed Ali Shah den damaligen Davalî Fürsten Salim Khan Bahador al Saltan zum Provinzgouverneur von Maraga. In dieser Zeit nahmen die Davalî auch an den Kämpfen bei der Belagerung von Täbris zu Beginn des Jahres 1909 teil.

Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts gaben die Davalî ihr Nomadenleben auf und wurden zu Ackerbauern. Einige unter ihnen führten noch zu Zeiten des Besuchs von Rawlinson (in den 30igern des 19.Jh) ein seminomadisches Leben. Die verweilten in den Winterdörfern und zogen im Sommer zu ihren Yaila in den Bergen. Rawlinson soll bei seinen Besuchen ca. 4000 Familien gezählt haben. Bent, der ca. 50 Jahre später in diesem Gebiet verweilte, zählte nur noch 2000 Haushalte. Mitte des 20Jh. Waren diese Familien zu völligen Ackerbauern assimiliert, die an einem Nomadenleben nicht mehr interessiert waren. Zu dieser Zeit siedelten diese Familien in ca. 40 Dörfern.

Die Davalî sind Shiiten und sprechen Türkisch.


Quelle: Pierre Oberling: Çahar Dowli. IN: Iranica Vol. 6 New York, 2002; H. C. Rawlinson: Notes on a Journey from Tabríz, through Persian Kurdistán, to the Ruins of Takhti-Soleiman, and from thence by Zenjan and Tarom, to Gílan, in October and November, 1838. IN. JRAS 10, 1841.


Davalî (Çahar Dowlî)

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