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Freiheitskampf: Der Sheikh Said Aufstand
Geschrieben am Donnerstag, 20. März 2008 von Baran Ruciyar

Freiheitskampf Hanar Gûranî schreibt:

Einer der größten Ereignisse in der Geschichte der türkischen Republik war der Aufstand von Sheikh Said. Es ist auch ein wichtiges und schwarzes Kapitel in der Kurdischen Geschichte.



Sheikh Said, wurde 1865 in Qolhêsar geboren, als Sohn eines einflussreichen, mystischen Naqshîbendî-Ordners. Er wurde traditionell religiös erzogen, nach dem Tod seines Vaters nahm er dessen Stellung ein. Damals war ihr Zentrum in Palû, der Vater Sheikh Saids zog mit seiner Familie nach Erzurum, Xinûs und ließ sich in Qolhêsar nieder. Als charismatischer, religiöser Führer, genoss er große Autorität unter den Zaza-sprechenden Kurdischen Stämmen der Region zwischen Amed (Diyarbakir) und Erzurum. Sein gesamtes Leben widmete er dem Kurdischen Volk und dem Islam, er war sehr betroffen von Annerkennung von Laizismus in der Türkei und leere Versprechungen an dem Kurdischen Volk.

 

 

Kürt Azadî Cemîyetî

Ende 1922 gründeten einige Kurdische Persönlichkeiten darunter auch Yusuf Ziya Bey aus den Fürstengeschlecht Bitlis und Hauptmann Xalid Bege Cibrî, in Erzurum die Kürt Izadî Cemîyetî später gehörte Sheikh Said auch dazu. Der in Erzurum geborene Cibrî gehörte zu den Clan Rojka die besonders in Varto und Bitlis verbreitet sind, Cibrî war ein General sowohl bei den Osmanen als auch später in der Neu-Türkische Republik. Dank ihm hat die Türkische Armee nach Jahren wieder im Nordkurdischen Autonomgebiet Dersim Fuß gefasst. Cibrî war der Jenige der im Jahre 1908 die Türkische Armee nach Jahren wieder, in den Tuzik Berge in Dersim/Ovacix führte''. (Vgl. Nuri Dêrsimî, Kurdistan Tarihinde Dersim)
Zur dieser Zeit spielte die Religion, bei den Kurden, eine große Rolle. Um davon zu profitieren und die religiösen Kurden an sich zu binden können, wirft man Sheikh Said in Vordergrund. dessen Stellung als Religiöse Führer Besonders unter den Zaza Sprechende Stämmen in Bingöl und Nord Diyarbakir sehr groß war. Als der Aufstand begann, wurde Sheikh Said unvermeidlich zu dessen Führer. Die Planung wann dieser Aufstand anfangen sollte, wurde Monate vorher in Halepo bei einer Versammlung besprochen, es sollte der 21. März 1925 sein.


Der Aufstand

Doch es eskalierte unerwartet, denn am 13. Februar 1925 befand sich Sheikh Said in Pîran den heutigen Landkreis Lice, Provinz Amed (Diyarbakir) auf einer Hochzeit wo auch einige Leute anwesend waren, die von der türkischen Armee gesucht wurden. Die türkische Armee kam nach Pîran um diese Leute abzuholen, doch Sheikh Said weigerte sich, aufgrund der Feierlichkeiten, diese Leute abzugeben.

Daraufhin fängt in kürzester Zeit ein Kampf an, der vom engsten Kreis Sheikh Saids geführt wurde. Der Kampf verbreitete sich schnell über der gesamten damaligen Provinz Genc (Darahane), heute Landkreis von Bingöl. Am 17. Februar 1925 eroberten Sheikh und seine Gefährten Darahanê. Darahanê wurde am 14. Februar 1925 zur provisorischen Hauptstadt Kurdistans erklärt. Von Clans groß unterstützte Sheikh eroberte in Kürzester Zeit Maden, Siverek und Ergani sein Blick war ab sofort nach Diyarbakir gerichtet, der Kampf um Diyarbakir hatte begonnen. Im Osten hatten die Kräfte, unter Sheikh Abdullah Melikanî, Varto erobert und gingen auf Mus zu. Der für den Niederschlag von Aufstand gedachte Armee müsste am 25. Februar sich nach Diyarbekir zurückziehen. Ein Tag später gelang es den Kurden Elazig zu erobern. Von nun an, wenn auch nur für kurze Zeit, war Elazig in kurdischer Hand.

Am 21. Februar 1925 wurden in folgenden Provinzen Ausnahmezustand gerufen, Bitlis, Diyarbakir, Dêrsim, Elazig, Ergani, Genç, Hakkari, Mardin, Muş, Siirt, Siverek, Urfa, Van und damalige Landkreise von Erzurum, Hinis und Kigi (heute Landkreis von Bingöl).

Trotzdem hatte die Türkische Armee keine Erfolge buchen können, darauf hin musste der damalige türkische Führer Fethi Bey Okyar zurück treten. Es kam Ismet Pascha an sein Stelle und ein Tag danach verabschiedete der Kabinett den Takrir-i Sükun Gesetz.

Es sollten zwei ’’Istiklal Mahkemesi’’ Unabhängigkeitsgerichte gegründet werden, eine in Ankara und eine in Kurdistan. Die Franzosen gestatten der türkischen Regierung, während diesem Aufstand, 80.000 Soldaten mit der Eisenbahn in den Norden Syriens zu befördern. In türkischen Medien bezeichnete man es lieber als ''Irtica-i Isyan'' Religiöser Aufstand oder ''von Engländern unterstützter Aufstand''. Man ruft den Giresuner Parlament abgeordnete Hacim Muhiddin zur spitze der Kurdistan Kommission von Unabhängigkeitsgericht.

Am 7. März 1925 versuchte Sheikh Said noch einmal Diyarbakir von der türkischen Armee zu befreien, doch die türkische Armee hatte sich längst von den Niederlagen im Norden erholt, so mussten sich Sheikh und seine Weggefährten zurückziehen. Nach dieser Niederlage ändern sich die Verhältnisse rasch, auch zuletzt Dank einigen Kurden, den ''Dschasch's'' Verräter unter ihnen. auch ein Kasim Cibrî eng verwarnt mit Xalid Bege Cibrî, die der türkischen Armee bei der Bekämpfung halfen, müssen die Kurdische Partisanen um Sheikh Said große Verluste hinnehmen. Die vorher versprochene Hilfe von kurdischen Stämmen in Van, Siverek, Mardin, Botan, Bitlis, Urfa kam nicht. Einen Tag später, in der Nacht vom 14. April auf 15. April, nahm die türkische Armee Sheikh Said mit seine Partisanen, Dank der kurdischen Stämme die ihn verraten hatten und auf der Seite der türkischen Armee waren, bei Varto fest. Von dort wurde er dann nach Amed (Diyarbakir) gebracht.

Während diesem Aufstand waren es wieder einmal die Zivilisten, die am meisten leiden mussten. Tausende von Kurden wurden nach Anatolien deponiert. Viele mussten ihre Heimat verlassen und flüchteten in andere kurdische Siedlungs-Gebiete.

Dazu ein Zitat aus dem Buch von Musa Anter, Meine Memoiren.
Während der Sheikh Said Ereignisse, also 1925, hatten viele ihr Hab und Gut, aber auch ihre Ehemänner, Ihre Frauen, Ihre Kinder verloren und zogen ziellos herum. Einige dieser kurdischen Flüchtlinge und entwurzelte fanden Unterschlupf in den natürlichen Höhlen unseres Dorfes. unter Ihnen waren sogar welche aus Lice, Dicle, Kulp und Diyarbakir die zu uns gekommen waren. ''...'' Sie Sagten auch das sie Kurden sind aber ich habe sie nicht verstand, erst später erfuhr ich, dass das Zaza Kurden waren (Vgl. Musa Anter, Hatiralarim II, 78-81).


Verurteilung
der Staatsanwalt Ahmet Süreyya sagte: Von außen sieht es so aus ob das eine von außen organisierte aufstand ist, aber in Wirklichkeit ist es nicht anderes als einen Pro-Kurdischen aufstand die eins in sinne hat nämlich eine Kurdischen statt namens Kurdistan.
Yusuf Ziya Bey und Xalid Bege Cibrî werden beide im Jahre 1924 von der türkischen Armee festgenommen, Yusuf Ziya Bey wird im Jahr 1925 gehängt, Xalid Bege Cibrî wird erschossen, weil er Soldat ist.
Nach dem man Seyid Abdülkadir, Dr. Fuat und Sheikh Eyüb vor Gericht führte und auch schnell zum Tode verurteilte.

Am 26. Mai 1925 brachte man Sheikh Said mit seine 81 Kameraden vor Gericht (die Verhandlung dauerte einen Monat). So wurden Sheikh Said und 46 weitere Kurdische Persönlichkeiten am 28 Juni 1925 zum Tode verurteilt.


Das Ende!

In der Nacht vom 28 Juni zum 29 Juni, wurden die 47 Kurdische Persönlichkeiten darunter auch Sheikh Said, vor den Ullu Cami in Diyarbakir erhängt. Die Bänder wurden vom ''Volk'' gezogen, man wählte von jedem Beruf einen, darunter auch Reporter. Am nächsten Tag hieß es in den Türkische Zeitungen ''Sheikh wurde vom Volk bestraft''. In dem Monat wo die gerichtliche Verhandlung statt fand, versprach man Sheikh Said eine Freilassung nach zwei Jahren Haft, wenn er als Grund für den Aufstand religiöse Hindergründe angibt. Darum sprach Sheikh Said in seinem Verhör mehr über religiöse Hintergründe als patriotische Gründe. Das gleiche spielte sich auch in Dersim ab, man hatte dieses Versprechen auch Seyid Riza gegeben. Leider vertraute sowohl Sheikh Said wie auch Seyid Riza den Türken, doch es blieben leere Versprechungen. Dies ist auch der Grund warum immer öfters behauptet wird, dass es sich hierbei um religiöse Aufstände und nicht kurdische patriotische Aufstände handelte.


Seine Familie

Sheikh Said's Familie wurde nach Tharakien vertrieben wo sie Jahre lang unter strenger Beobachtung der türkischen Armee leben mussten. Später kamen sie zurück nach Hinis, wo sie auch heute noch zum Teil leben.
Sein ältester Sohn Sheikh Ali Riza überlebte und floh in den Iran dort hielt er sich auf für längere Zeit auf (sowohl im Iran als auch im Irak) und gründete er damals auch die „Kurdisch Islamische Partei". Wie auch seine Verwandten kehrte auch er zurück nach Nordkurdistan, dort wurde er festgenommen wie auch sein Bruder Sheikh Sellahatin, und wurde zu 3 Jahre Haft verurteilt. Er starb später in Ankara an Krebs.
Heute noch ist Sheikh Said's Familie zahlreich an der Spitze von Gesellschaft vertreten.


Der Sheikh Said Aufstand

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