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Tanz: Der traditionelle kurdische Tanz
Geschrieben am Mittwoch, 15. Oktober 2008 von Baran Ruciyar

Kultur rinret schreibt:

Der traditionelle kurdische Tanz ist, wie wir ihn auch im Balkan, Libanon, Iran oder im Kaukasus beobachten können, durch gegenseitiges Händehalten geprägt und wird Gowend oder Gowand genannt.



Der Govend ist ein Kreistanz, wobei im Zentrum des Kreises oft Einzel- oder Paartänzer sind. Oft halten sich die Frauen und Männer im Kreis die Hände, und sie halten farbenfrohe Tücher in einem Halbkreis, der sich um den Kreis herum bewegt.
Die Gruppentänze kann man in zwei verschiedene Kategorien einteilen. Bei dem langsamen und anmutigen Tanz reihen sich die Tänzer Schulter an Schulter eng aneinander und führen den Tanz mit kunstvollen und komplizierten Schritten aus. Gelegentlich wird die Tanzrichtung geändert, indem sie den Kopf zum anderen Tanzpartner drehen, jedoch wird dabei die Handhaltung niemals unterbrochen. Dieser Ablauf wird mehrmals wiederholt. Bei manchen langsamen Tänzen gibt sich jeder zweite Tänzer die Hand, wobei die Arme hinter dem Nebenmann liegen. Bei einer Formation von Mann-Frau-Mann-Frau bedeutet dies, dass sich nur die Männer und nur die Frauen die Hand geben.

Im schnellen Tanz gehen die Tanznachbarn weiter auseinander, wobei diese Bewegung mit dem Tempo der Musik abgestimmt ist. Sie blicken dabei auf die Innenseite des Kreises oder auf den Rücken ihres Tanznachbars, während sie sich um den Kreis herum bewegen. Die beiden Tänzer im Zentrum des Kreises führen verschiedene Tanzschritte vor und halten ebenso Tücher in ihren Händen. Während ihrer Vorführung schauen sie sich an. Sie gehen während der Tanzschritte auf und nieder, was vor allem in den kaukasischen Tänzen Sitte ist. Meist wird von den Tänzern in der Mitte durch ihre Schritte und ihre Mimik eine Liebesgeschichte erzählt. In einem Tanz zum Beispiel offeriert der Mann dem Mädchen im Kreis wertvolle Geschenke wie Edelsteine, Schmuck und sogar ein Schwert, doch sie erwidert seine Liebe erst, als er ihr einen Strauß Blumen überreicht.

Die kurdischen Tänze unterscheiden sich von Region zu Region, so sind in Nordwestkurdistan die kunstvollsten Tänzer die Dimilas oder Dêrsim. Die schnellen Tänze werden am besten von den Hay Nara, Yala, Niri, Dêrsim, Shaykhane, Chupi und den Halparika vorgetragen. Die Chupi benutzen für ihre Tänze manchmal Stöcke, die einen Kampf um die Gunst der Geliebten oder einfach nur einen Streit zweier Parteien darstellen sollen.
Meist werden die Tänzer von der Musik der Trommel (dulul) und der Oboe (Surna) und manchmal von der Tambura begleitet. In Südkurdistan agieren die Musiker auch noch als Sänger. Durch die von den Besatzern verbotene Ausübung der kurdischen Kultur, wurden diese Tänze auch immer mehr zu einem Politikum, so kann man auch Peshmerga in ihren Uniformen tanzen sehen und Barzanî sagte einmal: „Einer der nicht tanzen kann, ist kein Kurde.“


 

 

 

Zu den verschiedenen Tanztypen:

Dîlan: ist ein Hochzeitstanz,

Govend: ist ein Kreistanz, bei dem Partner und Tanzschritte variieren

Giranî: ein langsamer Tanz

Milane: wird eng Arm an Arm getanzt

Dijhopî: ein Tanz, wo verschieden Sprünge vorgeführt werden

Hellperrîn: religiöser Tanz aus Hawraman, den man aber auch in anderen Gebieten von Kurdistan findet.



Quelle: KEO by Prof. Izady (letzter Besuch 12.02.2008)


Der traditionelle kurdische Tanz

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