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Religion: Die Ahl-e Haqq (Yarsan, Yaresan)
Geschrieben am Mittwoch, 05. März 2008 von Baran Ruciyar

Religion

5. Die Bedeutung, Lehre und Philosophie der Ahl-e Haqq

Wie die Schriftreligionen haben auch die Ahl-e Haqq heilige Schriften. Ein Teil davon wurde in der Ära von Sultan Sahak von den Haft-Tan, den Haftawaneh, den Tschehel-Tan u.a.  verkündet. Wie bereits erwähnt, wurden sie in hauwramisch-kurdischer Sprache geschrieben. Im "Baya-u-Bass Perdiwar"(53) wurden sie in einem "Buch (Heft)", das als "Daftar Perdiwari" bekannt ist, zusammengefaßt. Wie in diesen und den späteren heiligen Schriften geschrieben wird, glauben die Ahl-e Haqq an Seelenwanderung, d.h.daran, dass, wenn ein Mensch stirbt, seine Seele in einen neu geborenen Körper, sei es Mensch oder Tier, wandert. Die Ahl-e Haqq gehen davon aus, dass der Schöpfer Gott ="Saheb-Karam" von Anfang an mit seinen Geschöpfen in direkter



Verbindung bleiben wollte. Die Ahl-e Haqq glauben also nicht an einen Gott, der sich vor  seinen Geschöpfen versteckt und verborgen hält. Da nach ihrem Glauben Gott dieses Mißtrauen seiner Geschöpfe bekannt war, schickte er seinen Heiligen Geist in den Körper eines Auserwählten. Dieser Auserwählte wird als "Khoda-Mehman"(54) bezeichnet. Der "Khoda-Mehman" musste den Gläubigen seine göttliche Macht durch Wunder zeigen, damit ihm geglaubt wurde. Nach dem Glauben der Ahl-e Haqq hat Gott, als er den ersten Menschen, nämlich Adam, erschaffen, hat, ihm gleichzeitig seine göttliche Macht auf der Erde gegeben. So ist in den vorliegenden heiligen Schriften auf Seite 2025, 2027 geschrieben:
"Ama wast au Doun zelleh donyaie Khorousch kard djahan nä gaw ta mahi" = "Er (Gott) hat sich in der Gestalt eines Menschen verkörpert und diese Welt voll von Lebewesen gemacht."
Siehe hierzu auch Madjid Alqassi, "Aien-e-Yari", S. 30, zitiert nach den Schriften von Scheikh Amir.
Nach Adam verkörperte sich der Schöpfer in Noah, Abraham, Moses, Jesus, Ali, Schah-Khoschin, Sultan Sahak und zuletzt in Sayed Brakkeh(55) Nach der Theorie der Ahl-e Haqq wird sowohl die Erscheinung des göttlichen Geistes im Körper eines Geschöpfes auf der Erde als auch die Seelenwanderung im allgemeinen genau Tausendundeinmal (1001) stattfinden. Danach wird eine Änderung der Welt eintreten, und die menschlichen Seelen, die 1001 Körper auf der Erde durchwandert haben, werden für immer ins Himmelreich eingehen. Diese Lehre, Inkarnation oder Seelenwanderung genannt, wurde ursprünglich vom Hinduismus und vom Buddhismus übernommen. Wie zuvor erwähnt wurde, ist sie nach der Islamisierung Irans und Kleinasiens zu einem Mittel des Widerstands gegen die Invasoren geworden. In späterer Zeit wurde die Seelenwanderungstheorie zu einem wichtigen Bestandteil des Glaubens aller religiösen Minderheiten dieses Gebiets, u.a. der Ahl-e Haqq. Zum weiteren Verständnis der Lehre gemäß den heiligen Schriften möchte ich zunächst die Namen der Religion, Ahl-e Haqq, Ali Ellahi und Kakaii näher erläutern.


5.1. Das Wort Ahl-e Haqq bzw. Ali Ellahi oder Kakaie

Wie schon zuvor erwähnt wurde, sind die Ahl-e Haqq auch als Ali-Ellahi und Kakaii bekannt. "Ali" ist der Name des ersten schiitischen Imam und "Ellah"=Allah bedeutet Gott. Der Buchstabe "i" ist ein Merkmal für den Genitiv, welcher im Kurdischen sowie im Persischen an das Ende eines Substantivs angehängt wird, um die Angehörigkeit anzuzeigen; z.B.: Iran ist der Name für das Land Iran und Irani steht für denjenigen, der aus dem Iran kommt oder dem Iran angehört. So sind auch die Ali-Ellahi diejenigen, die glauben, dass Ali Gott sei, bzw. Angehörige dieser Religionssekte. Im irakischen Kurdistan werden die Ahl-e Haqq "Kakaie" genannt. Das Wort "Kaka" bedeutet älterer Bruder, "ie" hat die gleiche Funktion wie das "i" in dem Wort Ali-Ellahi. Nach den Überlieferungen der Geistlichen der Ahl-e Haqq hatte Sultan Sahak einmal in einem Gespräch seinen Vater Kaka genannt. Seither nennen sich die Gläubigen Kakaie. Die Bezeichnung
Ahl-e Haqq hat folgende Bedeutung: Beide Teile des Wortes, Ahl und Haqq, können jeweils sowohl als Substantiv als auch als Adjektiv gebraucht werden. "Ahl" bedeutet als Substantiv "Familie, Angehöriger einer Familie, eines Stammes, einer Stadt", als Adjektiv "würdig, verdienstvoll". "Haqq" bedeutet als Substantiv "Wahrheit, Gerechtigkeit" und ist auch eine Bezeichnung für "Gott", als Adjektiv "korrekt, wahr".(56) Nimmt man die substantive Bedeutung, so kann der Name Ahl-e Haqq mit "Angehörige der Wahrheit", "diejenigen, die Gott nahe stehen" oder "diejenigen, die den Weg der Wahrheit gewählt haben" wiedergegeben werden.
Die Frage, warum die Ahl-e Haqq diesen Namen gewählt haben, lässt sich durch ihre Lehre, dargestellt in ihren heiligen Schriften,(57) erklären. Die Ahl-i Haqq glauben, dass sich die Welt und alle ihre Lebewesen in einem ständigen Entwicklungsprozess befinden. Nach ihren heiligen Schriften bestand die Ewigkeit bereits 70 000 Jahre der Zeitrechnung der Ahl-e Haqq, bevor die Welt erschaffen wurde. Das Universum befand sich im Stillstand, es herrschte somit während 70 000 Jahren (= 61 Milliarden und 460 Millionen Sonnenjahren) eine Zeit des Stillstands, und es sind seit der Schöpfung der Welt weitere 100 000 Jahre (= 87 Milliarden und 600 Millionen Sonnenjahre) vergangen.(58) Seit der Schöpfung der Welt und auch der Menschen ist die Geschichte in vier
Entwicklungsperioden eingeteilt:
- Die erste Periode reicht von Adam bis zum islamischen Propheten Mohammad und wird als "Schariat" bezeichnet. Schariat bedeutet religiöse Gesetze, Ordnung, die von Gott den Menschen gegeben wurde.
- Die zweite Periode dauert von der Zeit Alis, des ersten Imam der Schiiten,(59) also von 661 n.Chr./40 IZR, bis zu Schah-Khoschin, ca.1028-1089 n.Chr./406-467 IZR. Sie wird als "Tariqqat" bezeichnet.
- Die dritte Periode erstreckt sich von der Zeit nach Schah-Khoschin bis Sultan Sahak, ca. 1270-1400 n.Chr./ 650-780 IZR, und wird als "Ma'rafat" bezeichnet.
- Die vierte und letzte Periode beginnt ab der Zeit nach Sultan Sahak und dauert noch an, sie wird als die Periode des Haqqiqat bezeichnet.(60) Die Bedeutung dieser vier Perioden wird später näher erläutert werden.


5.2. Entstehung der Welt

Die älteste Religion im Iran und deren Erfinder Zarathustra beschreibt, wie das Weltall eingerichtet
und wie die Welt entstanden ist. Zarathustra ist der Meinung, dass vor Entstehung der Welt in heutigem Sinne, ein Urmensch Gayomart und eines Urrindes in einem paradiesischen Zustand existieren. Die von Ahura Mazda geschaffene Welt in dieser Urzeit hat die Gestalt eines riesengroßen, glänzenden und fleckenlosen Eies. Ahriman bohrt sich von unten in dieses Ei ein, und seine Scharen verstreuen sich wie Fliegen über die Schöpfung. Der Urmensch und Urvieh fallen ihnen zum Opfer und sterben, aber aus dem
Samen Gayomart entsteht das erste Menschenpaar, Masyag und Masyanag, aus dem Samen des Urrindes das Vieh.(siehe meinen Artikel über zoroastrischen Millenarismus Teil I, in der Zeitschrift Nr. 7, Kurdya, Oktober 1995 in Wien, S. 25-26). So zu Recht hat Herr Prof. Dr. Kreyenbroek geschrieben, dass die Opferrituale in der indo-iranischen Kultur eine zentrale Rolle spielten, dass sich die Vorstellung entwickelte, dass es ein erstes Opfer war, das die Entstehung der Welt bewirkte.(siehe Lalis, Nr. 17, April 2002, S. 74)
Nun betrachten wir, was die Propheten und Derwische der Ahl-e Haqq in ihren Schriften über die Entstehung der Welt gesagt haben. So wie Derwisch Nowrouz(61) in seinem Daftar (Buch) beschrieben hat, war vor der Schöpfung "kein Ozean, kein Gebirge, keine Ebene, kein Himmel, kein Wasser, kein Feuer, keine Erde, keine Luft"="Na Bahr bi na Barr na Arz na Samma Na Ab na Attasch na Khak Tschanni Ba" "Yaran Tschisch bieyan? Sarandjam-e qaal Azzall tschisch bieyan Aussa djay Maqam Ma'wasch na ku bi? Guschagay Lanasch na kaam bessu bi? Aussa Pad-e Scham na dun-e "Ya" bi Na Arz na Samma na Soraya bi"

Er beantwortete die Frage, wo der Schöpfer gewesen sei und wie er lebte, in der Weise, dass Gott vor der Schöpfung der Welt in der Gestalt des "Ya"(Nichts, Nirwana) vorhanden war. Nachdem der Schöpfer über Milliarden Jahre eine rätselhafte Existenz im "Ya" geführt hat, brach er aus eigener Kraft aus dem "Ya" aus und setzte sich im Innern eines unendlich großen "Dorr"(62) fest.= "Djaihun djahan Dedjleh Assrar perr Dun wa dun amaa ta wa qaw-e Dorr" So sagt Nowrouz: "Gott war 70 000 Ahl-e Haqq-Jahre im Innern des "Dorr" (eine eiförmige Perle), und sein Leben war im Geheimen"="Haftad Hezar Saal na delli "Dorr" bi "Dorr" na Tay Darya parward-e Serrbi" Nach dem Glauben der Ahl-e Haqq hat dieser geheimnisvolle Schöpfer jedoch noch vor  seiner Wanderung in das "Dorr" durch sein eigenes Licht vier Engel geschaffen und freigelassen. Einer dieser Engel suchte ihn wie ein Jäger in der Gestalt eines Adler. Nach 70 Jahren der Zeitrechnung der Ahl-e Haqq (= 61 Millionen und 460 Tausend Sonnenjahre) sah er ein strahlendes "Dorr-Gewölbe", das er als seinen Schöpfer erkannte. Er verbeugte sich dreimal vor ihm, das Gewölbe öffnete sich aus eigener Kraft und der Schöpfer, der später das Universum schuf, zeigt sich seinem Geschöpf.Danach hat der Schöpfer aus den Strahlen des "Dorr-Gewölbes" die Sonne erschaffen, um Dunkelheit und Düsternis zu beseitigen, und mit den Strahlen der Sonne die Erde geschaffen. Dann hat er sich in den siebten Himmel, den Kern der Sonne, gesetzt und durch ein Gebot die Erde von ihrer flüssigen Form in einen festen Planeten verwandelt. "Aussa Fana kerd Zollmat na rouy Sar Na Sardjusch-e "Dorr" sazena Akhtar Rawschan kerd Djahan wa Schekl-e do Scham Yakrang-u- Durang djoft kerd djur-e hamm
Wisch nicht na rawaq Bordj-e Haftemin Hay kerd wa mo'djez gressa Zammin"..Die vier erschaffenen Engel wurden beauftragt, ihre Aufgaben im Universum zu übernehmen. Nachdem der Planet Erde bewohnbar gemacht worden war, schuf der Schöpfer nach seinem eigenen Wesen die Menschen und ließ sie sich vermehren. Nach dem Ahl-e Haqq-Glauben besteht die Welt aus vier Entwicklungsperioden, in deren letzten und vollkommenen Periode (Haqqiqat = Wahrheit) wir uns befinden.


5.3. Die vier Entwicklungsperioden

Wie zuvor erwähnt, glauben die Ahl-e Haqq an einen ständigen Entwicklungsprozess und teilen die Geschichte in die vier Perioden ein, von denen jede Periode einen Entwicklungsschritt bedeutet. In der ersten Periode, der "Schariat", wurden durch auserwählte Menschen die Gesetze Gottes auf der Erde erkündet, und die Menschen durften ihren Gott nicht in Frage stellen, sondern mussten ihm bei der Ausübung ihrer Gebete, Zeremonien u.a. unbedingten Gehorsam leisten. So durften sie auch nicht fragen, warum Gott z.B. ein Unrecht auf der Erde zuließ. Die Ahl-e Haqq glauben, dass Ali, der erste schiitische Imam, diese Periode für sie vollendet hat und sich selbst innerhalb der Schariat hielt, weil er die Zeit für nicht reif genug hielt, um seine Lehre zu verkünden.
Der Name der zweiten Periode, "Tariqqat", bedeutet "Der Weg zu Gott" oder "Der Weg zur Wahrheit". Die Ahl-e Haqq glauben, dass die Menschen, sobald sie die Periode "Schariat", also die Zeit der absoluten Gehorsamkeit zu ihrem Gott, vollendet und die göttlichen Gesetze gelernt hatten, einen Weg wählen mussten, um ihrem Schöpfer näher zu kommen und ihn kennenzulernen. Diesen Weg nennt man "Tariqqat". Die Gründung des Sufitums im 8. und 9. Jahrhundert n.Chr.(= 2. und 3. Jh. IZR) fällt in die Periode "Tariqqat".
Der Name der dritten Periode, "Ma'rafat", bedeutet die dritte Stufe auf dem Weg zur Vervollkommnung,
Weisheit, Einsicht. Die Ahl-e Haqq glauben, dass Gott in dieser Periode die Philosophen, Wissenschaftler und Dichter beauftragt hat, die Menschen aufzuklären und zu eigenem Denken zu erziehen. Die Menschen wollten nicht mehr an einen Gott glauben, den man nicht sehen kann. In dieser Periode wurden die Menschen dazu erzogen, sich nicht um Reichtum zu kümmern und sich von der Gesellschaft zurückzuziehen. Es ging in dieser Periode um die Auslegung und Deutung des Universums, sie wurde nach den Perioden "Schariat" und "Tariqqat" als lichtvoll bezeichnet. In dieser Periode kommt es zur Entwicklung der Gottmensch-Theorie z.B. von Mansour Halladj, Hafiz Schirazi, Attar, Mawlavi und
anderen. Diese Dichter und Philosophen waren im Ahl-e Haqq-Glauben "Saheb-e- Zatt"(= Heilige). Tatsächlich gingen die Perioden "Tariqqat" und "Ma'rafat" ineinander über. Diese Periode endete mit der Erscheinung Sultan Sahak im 13. Jahrhundert n. Chr.Die vierte Periode ist nach dem Glauben der Ahl-e Haqq die entwickeltste Periode der Gottes- und Selbsterkenntnis. Ihr Name, "Haqqiqat", bedeutet Wahrheit. In dieser Periode brauchen sich die Menschen nicht an die "Schariat-Gesetze" zu halten, also z.B. nicht mehr fünfmal am Tag beten, in der Zeit des "Ramadan" fasten und die Trauerfeiern für die Heiligen abhalten. Dies wird nicht mehr für notwendig gehalten, stattdessen versammeln sich die Ahle Haqq jeden Freitag in ihrem "Djamkhaneh" (=Versammlungshaus), bringen Früchte und Süßigkeiten mit und singen bei dem Spiel eines Tambour (Tamüreh) religiöse Lieder. Nachdem der Sayed ein Gebet gesprochen hat, werden die Früchte und Süßigkeiten unter den Anwesenden verteilt. Dies wird die Opfergabe genannt. In dieser Periode sehen die Ahl-e Haqq keinen Abstand zwischen sich als Menschen und ihrem Gott. Sie fühlen sich ihrem Gott nahe, weil sie davon überzeugt sind, dass es jederzeit möglich ist, dass einem unter ihnen plötzlich die Augen geöffnet werden, und er Gott als Gast in sich hat.Weil diese Menschen sich ihrem Gott also so nahe fühlen und sich so eng mit ihm verbunden sehen, bezeichnen sie sich als Ahl-e Haqq, die Angehörigen Gottes. Wie im Abschnitt über die Entstehung dieser Religion erwähnt wurde, wurden die Ahl-e Haqq - geschichtlich betrachtet zu Anfang des 11. Jahrhunderts n.Chr. durch Schah-Khoschin gegründet und ihre Lehre im 13. Jahrhundert n.Chr. durch Sultan Sahak ergänzt bzw. die religiösen Vorschriften festgelegt.
Die Ahl-e Haqq sind jedoch der Auffassung, dass ihre Religion genauso alt ist wie die Entstehung des Universums und der Planeten. Sie glauben, dass die Religion von Beginn (az Allam-e- Allast)(63) bis Ende der "Schariat"(Ära Alis) absolut geheimgehalten wurde. So heißt es in den vorliegenden Heiligen Schriften auf S. 1825: Dawud Maramu: "Au kuy kas nazan Bargay Scham wastan au kuy kas nazan Pansad (500)Saal wa Serr wast au Hauwraman Benjamin award Schahbaz au Bustan." Dies bedeutet: "Mein Gott war irgendwo, wovon niemand wusste. Nach 500 Jahren hat Benjamin den weißen Adler in den Garten Aywat gebracht, und danach ist Gott in Hawraman erschienen." Über die zutreffende Interpretation dieses Verses gibt es verschiedene Auffassungen. Die einen meinen, dass damit die Zeit ab Ende der Scharia (661 n. Chr.) bis zur Ära des Sultans Sahak gemeint ist. Andere sind der Auffassung, dass die Zeit nach dem Kalender der Ahl-e Haqq berechnet ist, was bedeutet, dass die 500 Jahre 438.000.000 Sonnenjahren entsprechen. Nach dieser Auffassung musste die Religion von Beginn der Menschheitsgeschichte bis zur Zeit des Sultans Sahak geheim bleiben. Diesen Interpretationen nachzugehen, ist nicht die Aufgabe dieser Schrift.

Jedenfalls sind die drei bis vier Millionen Gläubigen der Ahl-e Haqq, von denen die meisten
in Kurdistan leben, Anhänger der Seelenwanderungslehre und davon überzeugt, dass sie
nach den Perioden Schariat, Tariqqat und Ma'rifat(64) das Hauptziel, nämlich Haqqiqat
(Wahrheit) erreicht haben. Die Zahlen 4, 7, 40 und 72 sind für die Ahl-e Haqq wichtige
Zahlen. Gott hat 4 Engel, die aus der Ewigkeit durch seine Macht geschaffen wurden. Die
"Haft Tan", die Gefährten Gottes und Herrscher des Himmelreichs, waren 7 an der Zahl. Die
Haftawaneh, die Herrscher der Welt, waren ebenfalls 7. Die "Tschel Tan"(65) (= 40 Personen)
waren eins in vierzig und vierzig in eins. Wie in den heiligen Schriften geschrieben wurde, hat
Gott die vier Engel von seinem eigenen Geist und Leib geschaffen, und aus dem Geist und
Leib der vier Engel 36 weitere geschaffen, so dass es insgesamt 40 Vertraute Gottes gab,
die in jeder Versammlung anwesend waren. Außer diesen 36 geistlichen Wesen im
Himmelreich wurden 36 Geistliche für das weltliche Reich geschaffen, die selbst wiederum
72 "Pir"(66) erschaffen haben. Hierzu ist zu bemerken, dass durch den Schöpfer für jedes
Leben im Himmelreich seine Entsprechung und Abbildung auf der Erde geschaffen wurde.
So wurden den Haft Tan im Himmel die Haftawaneh auf der Erde gegenübergestellt, den
Tschel Tan die Tschellaneh und den 36 himmlischen Pir die 36 irdischen Pir.


5.4. Fasten

Die Ahl-e Haqq fasten drei Tage im Jahr, jeweils in der Mitte des ersten Wintermonats, also
im Dezember, zum Anlass der dreitägigen Blockade von "Marr-e Nu",(67) dem Aufenthaltsort
von Sultan Sahak und drei Derwischen, durch ihre Feinde.(68)(69) Der Name der dreitägigen
Fastenzeit ist "Khawande Khar" oder auf kurdisch "Khawen-kar".


5.5. Gebet

Jede Gemeinde besitzt ein Gebets- und Versammlungshaus, das "Djam-Khaneh". Die Gläubigen
versammeln sich dort jeden Freitag Abend und jeder bringt je nach seinen finanziellen
Möglichkeiten eine bestimmte Menge Opfergaben, z. B. Früchte, Zucker u. a. mit. In der
Versammlung muss ein Sayed oder ein Pir anwesend sein. Alle setzen sich in einem großen
Kreis(70) nieder, und ein oder zwei Gläubige erklären sich bereit, Diener der Versammlung zu
sein und innerhalb des Kreises zu stehen. Die Diener eröffnen das Gebet, der Sayed
rezitiert einen Weihespruch und alle beten zusammen. Danach verteilen die Diener die
verschiedenen Opfergaben gleichmäßig unter die Anwesenden, also auch diejenigen, die
nichts mitgebracht hatten.


5.6. Religiöse Feste

Das höchste religiöse Fest ist das oben beschriebene dreitägige Fasten, "Khawande Khar".
Das zweithöchste Fest ist "Aid-e Ghorban", der Tag, an dem Abraham seinen Sohn Isaak
Gott zum Opfer bringen wollte, da Isaak nach dem Glauben der Ahl-e Haqq später Yadegar
ist.


5.7 Taufe eines Ahl-e Haqq

Wie im christlichen Glauben muss auch jedes Kind nach dem dritten oder siebten Tag der
Geburt im Ahl-e Haqq Glauben getauft werden. In dieser Zeremonie der Taufe besteht eine
große Ähnlichkeit zwischen diesen beiden Religionen. Aber das Ritual ist bei den Ahl-e Haqq
strenger geregelt.
Die Taufe findet meist im Elternhaus statt (manchmal im Gebetshaus=Djamkhaneh), wohin
der Pir (Sayed) eingeladen wird. Bei der Taufe müssen außer dem Pir auch noch ein Dallil
(Zeuge) und ein Bevollmächtigter (Pate), wenn das Kind unter 14 Jahren alt ist, sowie das
Kind selbst anwesend sein. Meist sind die Eltern anwesend und eingeladene Gäste. Zu der
Zeremonie braucht man eine Muskatnuss, 4 Stück Geldmünzen, einen Topf Wasser, 3 kg
Reis oder mehr sowie einen Hahn und soviel an Opfergaben, wie es dem Geldwert
entspricht.
Nach einem Gebet nimmt der Sayed das Kind auf den Arm, flüstert ihm den ausgewählten
Namen ins Ohr und spricht ihn dann 3 mal laut aus. Die Muskatnuss wird zerbrochen und
jeder Anwesende (auch das Kind) bekommt ein Stück.
Aus dem Topf wird Wasser auf das Kind (Gesicht und Kopf) gesprengt und es wird gesagt,
dass es ab heute seinen Kopf an den Pir, den offiziellen Vertreter dieses Khanedan, gegeben
habe. Das gekochte Hahnfleisch wird vom Knochen abgelöst und mit dem Reis auf Brotfladen
von dem Verteiler (Khalifeh) an die Anwesenden verteilt, wobei eine Weihformel rezitiert
(gesprochen) wird. Bei dieser Zeremonie müssen diejenigen, die in der Gebetsversammlung
sitzen, ein Tuch oder einen Hut auf dem Kopf und eine Schärpe oder einen Gürtel tragen und
sie dürfen ihre Sitzstellung nicht ändern. Deswegen dürfen die Kinder erst ab dem 14.
Lebensjahr in einer Gebetsversammlung sitzen.


5.8. Heilige Tiere

Nach dem Glauben der Ahl-e Haqq sind Wildschweine, Ochsen, Widder und Hähne heilig.
Diese Tiere werden als Opfergaben dargebracht. Nach solchen Opferungen sowie nach der
Taufe folgt, wie vorher erwähnt, eine Zeremonie, die an das christliche Abendmahl erinnert.
Es wird gesagt, dass Sultan Sahak eines Tages mit allen Haft-Tan, Haftawaneh und
Tschehel-Tan in Perdiwar versammelt war. Nach den Opferungen und Gebeten nahm Sultan
Sahak eine Rosine, zerbröselte sie in einem Topf Wasser (Ab-e-Djam), trank daraus und gab
allen anderen auch zu trinken. Seither werden neben den Früchten, die ich schon erwähnt
habe, auch Trauben (Rosinen), Datteln und Feigen als Opfergaben verwendet.


6. Bedeutung dieser "heiligen Schriften" der Ahl-e Haqq

Vor allem ist es wichtig, zu erwähnen, dass die meisten Verfasser - oder besser gesagt die
Verkünder - dieser Schriften (zumindest bevor sie angefangen haben, zu dichten und zu
verkünden), nicht schreiben und lesen konnten. Sie behaupteten, sie hätten eine göttliche
Offenbarung und Wissen erhalten. Abgesehen von solchen Behauptungen sind tatsächlich
große Teile dieser Schriften literarisch sowie nach ihrem Wortschatz sehr beachtlich, obwohl
deren Verkünder einfache Menschen (wie Bauern, Handwerkern u.a.) waren, die nie die
Möglichkeit gehabt hatten, eine Schule zu besuchen. Diese Schriften, die in zwei Jahrhunderten
niedergeschrieben wurden, welche durch absolutistische Schreckensherrschaften
und die Tyrannei der Staatsreligion geprägt waren, nämlich in der Ära der Schreckensherrschaft
der Mongolen und des Aufstiegs der Safaviden-Dynastie sowie in der Ära von
Agha Mohammad-Khan, einem der ersten aus der Qadjaren-Dynastie, spiegeln die
Schmerzen und Leiden der Bevölkerung und insbesondere der Andersdenkenden in diesen
Zeiten wieder. Zugleich aber haben sie Hoffnung und Optimismus geweckt und der Grund
dafür, dass diese Lehre viele Anhänger gewann, lag darin, dass die Masse der Bevölkerung
sich mit ihrem Inhalt identifizieren konnte. Dies wiederum hatte soziale und politische
Hintergründe, welche ein selbständiges Thema darstellen. Hier werden nur zwei wichtige
Punkte erwähnt, die direkt mit diesen Schriften zu tun haben:
Erstens: Diese Religion bzw. die Lehre, die durch diese Schriften und auch von Mund zu
Mund unter der Masse der Bevölkerung verbreitet wurde, versuchte, die Wünsche der
einfachen und unteren Schichten der Menschen anzusprechen; so z.B. Gleichheit,
Brüderlichkeit und die Achtung jedes einzelnen als Mensch, da diese Worte in der Praxis der
herrschenden Religion keinerlei Rolle spielten und Begriffe dieser Art für die unteren
Schichten Fremdworte darstellten.
Zweitens: Die herrschende Religion hatte zusätzlich zu allen anderen ökonomischen,
gesellschaftlichen und politischen Lasten den Bürgern der unteren Schichten das Leben so
schwer und unerträglich gemacht, dass diese armen Leute ihre Lage nicht mehr ertragen
konnten und ständig auf der Suche nach einem neuen Erlöser waren.


7. Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser Religion sowie ihrer heiligen
Schriften mit anderen Religionen und ihren heiligen Schriften


- Diese Religion glaubt wie alle anderen an eine übermenschliche Macht. Sie postuliert, dass
alle Propheten und Imame Auserwählte Gottes seien. Sie hat manche Traditionen bzw.
Rituale anderer Religionen übernommen oder es bestehen zumindest Ähnlichkeiten
zwischen ihren Ritualen und Festen und denen anderer Religionen; so z.B. Ähnlichkeiten bei
Taufe und Abendmahl mit der christlichen Religion, bei der Sonnenanbetung mit dem
zoroastrischen Glauben, sowie bei der Beschneidung mit dem Judentum und dem Islam. Das
Judentum hat noch einige weitere Gemeinsamkeiten mit den Ahl-e Haqq.(71) Vor allem ist,
wie im vorherigen Abschnitt erwähnt, der Glaube an die Seelenwanderung Teil der
buddhistischen und hinduistischen Philosophie und wurde von früheren religiösen und
sozialen Bewegungen innerhalb des Islam sowie von den Ahl-e Haqq adaptiert.
- Die Unterschiede zu anderen Religionen bestehen darin, dass die meisten herrschenden
Religionen wie Judentum, Christentum und Islam der Meinung sind, dass ihre jeweiligen
Propheten die letzten Propheten waren und nach ihnen keine weiteren Propheten mehr
kommen, während die Ahl-e Haqq an eine periodische Erscheinung von Gott auf Erden und
die endgültige Rückkehr zu Gott nach 1001 maliger Seelenwanderung und nach der Gott-
Mensch-Theorie glauben.Die größten Unterschiede bestehen zwischen dem Islam und den Ahl-e Haqq:
Die Ahl-e Haqq glauben an die Entwicklung des Universums und an das Durchlaufen der
Entwicklungsstufen Schariat, Tariqqat, Ma'rifat und Haqqiqat, wohingegen der Islam sich für
immer an die Schariat halten will. Die Ahl-e Haqq lehnen die Theorie, dass es ein Leben nach dem Tod im Paradies oder in der Hölle gibt, ab und sind der Meinung, dass das Paradies oder die Hölle für die Menschen auf der Erde selbst ist. Wie "Hindu", ein Schüler Schah-Khoschins sagt:"Oh lieber Gott! Du bist mein Schöpfer und du bleibst mein Gott. Du hast mich aus einem Tropfen Samen geschaffen und wir wollen nichts mit Deinem Paradies und Hölle zu tun haben und bleiben auf dieser Erde.
Ich hoffe, dass Du auch mit uns bleibst". Für die Ahl-e Haqq gibt es keinen Grund, um die Toten zu weinen, weil, wie in den heiligen Schriften geschrieben steht, die Menschen nicht sterben, sondern nur ihre Körper wechseln. Das Leben eines Lebewesens ist wie ein Schwan, der ins Wasser untertaucht und wieder
auftaucht.

Zum Schluss ist es wichtig, zu erwähnen, dass, was den Ursprung, die Gemeinsamkeit und
die Unterschiede der beiden Strömungen des Inkarnationsglaubens betrifft, ich davon
ausgehe und sogar davon überzeugt bin, dass es noch zahlreiche Elemente gibt, die mit
Hilfe der Gelehrten und Experten erforscht werden und dabei dargelegt wird, dass sich mit
hoher Wahrscheinlichkeit meine Vermutung zu dem Thema bestätigt, dass diese beiden
religiösen Strömungen eine gemeinsame Wurzel haben, und die eine Bestandteil der
anderen ist. Hiermit möchte ich durch einige Elemente aus den Ritualen, der
Glaubensphilosophie und Traditionen oder religiösen Gebräuche der Izedi und Ahl-e Haqq
einen Vergleich zwischen diesen beiden ziehen.
Genauso wie Schah Khoschin, der Ali, als reinkarnierten Gott ankündigte und bezeugte, dass
er selbst als Gott im Körper von Ali war, hatte auch der Scheich Adi in seinem Buch Monaqib
gesagt: „Ich war im höchsten Himmel und im Lichte Mohammads, und in dem Zwischenraum
der zwei Bogenlängen war die Gesellschaft der Geliebten.“(72) Mit anderen Worten,
bezeichnete er sich als Ali, der Mohammad bei der Himmelfahrt begleitete.
In einer anderen Passage sagte Scheich Adi: „Aber ich ritt nichts, das Seele oder Leib hatte,
sondern auf einem massiven Feldblock, der den Adi befolgte (mir nachfolgte).“ Er sagt
weiter: Zur Zeit der Geburt waren bei mir die Männer der vierzig in vollständiger Zahl. .... Sie
kamen zu mir reitend auf Löwen; aber ich - der Feldsblock unter mir schritt mit mir einher.“(73)
Eine ähnliche Geschichte finden wir in den Ahl-e Haqq Schriften, während der Sultan Sahak
Ära. Als ein moslemischer Gelehrter namens Pir Michael Dawdani den Sultan Sahak
besuchen wollte, um ihn wegen seiner Behauptung, Gott auf der Erde zu sein, zu prüfen,
befahl Sultan Sahak einem seiner Jünger namens Dawoud, auf einer Mauer zu reiten, um
den Pir Michael zu empfangen. Es gibt eine weitere Reihe von Ähnlichkeiten in beiden
religiösen Schriften.
Es sollte kein Zufall sein, dass sowohl die Izedi und als auch die Ahl-e Haqq an einen Gott
und 6 Engel glauben und die Zahl 7 in beiden Strömungen wichtig sind. Es ist auch kein
Zufall, dass die religiösen Klerusordnungen ähnliche Hierarchie haben, wie z.B. Emir,
Scheich, Pir, Qawwal, Kocak und Faqir (für Frauen und Männer in Izedis Rangordnung).
Diese gibt es auch genau so bei den Ahl-e Haqq: Statt Emir, die Nachfolger der Khanedan,
statt Scheich und Pir, der Sayed (Pir) und der Baweh, statt Qawwal, Kaki (Dalil = Zeuge) und
Khalifeh (Opfergabeverteiler), statt Kocak und Faqir die Derwische (Frauen und Männer, die
nicht heiraten oder Witwe bleiben), danach kommen die Gläubigen oder Merid = Morid.
Es soll auch kein Zufall sein, dass die Schöpfung der Welt nach dem Glauben beider
Strömungen ähnlich verlaufen, wie z.B. der Gott das Universum (Sonne, Mond, Erde und die
vier Lebenselemente aus einer weißen Perle (Dorr) geschaffen hatte. Es ist auch kein Zufall,
dass der Scheich Adi von 40 seiner Jünger als reinkarnierter Gott auf der Erde verehrt wurde
und das gleiche bei den Ahl-e Haqq, wobei der Sayed Brake Goran von (39 +1) Derwischen
(Tscheltan) auch als reinkarnierter Gott auf der Erde gepriesen wurde. Es ist ebenso kein
Zufall, dass bei beiden Strömungen drei Tage im Jahr Fasten religiöse Pflicht ist und man
sich einmal in der Woche Freitag oder Samstag im Djamkhaneh oder Gebetshaus
versammelt. Es ist kein Zufall, dass die beiden Strömungen ähnliche religiöse Traditionen
haben, wie z.B. Kindstaufen, Heiraten oder beschneiden und andere Dinge, wie die Feste,
Opfergaben und Pilgerfahrt. Die Ahl-e Haqq gehen davon aus, dass das Paradies und die
Hölle auf dieser Erde sind und man nicht denken soll, dass man nach dem Tod ins Paradies
oder in die Hölle kommt, sondern nach dem Tod auf dieser Erde bleibt. Bei den Izedi ist dies
ähnlich, d.h. es gibt keine Hölle mehr.

Dr. Golmorad Moradi


Fußnoten
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(53) "Baya-u-Bass Perdiwar" waren die Vereinbarungen zwischen Gott und seinen Engeln sowie
seinen Gefährten in den großen Versammlungen von Perdiwar
(54) siehe vorliegende heilige Schriften, S. 1-9, 1827, 2026, 2027
(55) für die letzten vier Verkörperungen siehe vorliegende heilige Schriften S. 1-9, 2026, 2027
(56) siehe Farhang Amid, 5. Aufl., Tehran 1350, S. 156, 406; Farhang Mo'in, 7. Aufl., Tehran
1364, 1. Bd, S. 409, 1363
(57) Daftar Sarandjam oder Sayyad Elahi (Dawra-y-Damyari), Mohammad Mokri, Wiesbaden 1967;
Daftar Diwaneh Gawreh, Daftar Nowrouz, handschriftlich von Derwisch Yarmorad Khalifeh
(58) s. vorliegende heilige Schriften, S. 158-161
(59) wie zuvor erwähnt, ist dieser Ali ein Gottmensch-Symbol der Ahl-e Haqq und hat die Schariat
vervollkommnet
(60) siehe auch; Madjid Alqasi, "Andarz Yari", Tehran 1359 IZR, S. 4 -6 und Nur-Ali Ellahi, "Burhan al
Haqq", 4. Aufl., Tehran 1360 IZR, S. 7; Sayed Mohammad Ali Khadje al Din, "Sar Sepordagan",
1. Aufl., Tehran 1349S. 41, 42
(61) Derwisch Nowrouz war einer der 36 Derwische der Sayed-Brakkeh-Ära, der letzte Ära, in der
Gott in der Gestalt von Sayed Brakkeh mit seinen Engeln auf der Erde erscheinen war
(62) Kostbare Perle, Edelstein, Kristal
(63) s. Sayed Mohammad Ali Khadje al Din, "Sar Sepordagan", S. 1
(64) Im Abschnitt "Bedeutung des Worts Ahl-e Haqq" werde ich die Perioden Schariat, Tariqat,
Ma'rifat und Haqqiqat ausführlich erläutern.
(65) s. vorliegende heilige Schriften, Nawrouz (neue Zeit), S. 1-188.
(66) "Pir" bedeutet Taufpriester und Religionsführer, jeder Ahl-e Haqq hat einen Pir, von dem er
getauft werden muß.
(67) "Marr-e Nu" ist eine Grotte im kurdischen Gebirge, in der Sultan Sahak und seine getreuen
Derwische drei Tage lang von Feinden umzingelt wurden und nichts zu essen hatten.
(68) Die Feinde bestanden aus den drei Brüdern von Sultan Sahak sowie einer Division von
Truppen des kurdisch-moslemischen (Sunni) Stammes "Tschitschak".
(69) s. vorliegende heilige Schriften, S. 1947.
(70) In einem Kreis, damit es keine Platz- und Stellungsunterschiede unter den Anwesenden gibt.
(71) siehe Klaus Müller S. 108, zitiert von F.M. Stead; The Ali Ilahi sect in Persia p. 186: "Many of
the Ali- Ilahis have marked Jewish features"
(72) Siehe Rudolf Frank, Scheich Adi, S. 113
(73) siehe Rudolf Frank, ebda. S. 121, 127
 

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Quelle: Campanile, (Raffaello) M. Giuseppe, O. P., Storia della regione del Kurdistan e delle sette
di religione ivi esistenti, Naples, 1818.
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Ahl-e Haqq und die periodische Seelenwanderung:
Anfang Gott
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¦ Gabriele, Michael, Israfil, Israel, Hur (Huri), Aqiq, Yeqiq
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«
7. Jh. Ali
+---------------------------------------------------+
¦Qanbar, Nussayr(Hassan Bassari od.Djabbar), Salman,¦
¦ Fatima, Hassan, Hussein ¦
+---------------------------------------------------+
«
9. Jh. Bahlul(Ummar Ibn Lahab)
+---------------------------------------------------+
¦ Baba-Loreh, Baba-Nodjum, Baba-Radjab, Baba-Hattam ¦
¦ (alle aus Loristan) ¦
+---------------------------------------------------+
«
9. Jh. Schah Fazllolah-Väli
+---------------------------------------------------+
¦Mansour-Halladj, Djamal, Zakaria, Aini, Turk-Täbriz¦
+---------------------------------------------------+
«
10. Jh. Baba-Sarhang-Dudani
+---------------------------------------------------+
¦ Gartschak, Yarrandj, Qaissar, Sabureh, Tabriz, Sarrandj
+---------------------------------------------------+
«
11. Jh. Schah-Khoschin-Loristani
+---------------------------------------------------+
¦ Kaka-Reda, Baba-Faqih, Baba-Bozorg, Hondu-Tschalabi, Nassa,
¦ Pir-Scharyar, Rayhaneh, Ahmad, Baba-Tahir-Hamadani, Qazi-Nabi
+---------------------------------------------------+
«
12. Jh. Baba-Na'uss-Djaff
+---------------------------------------------------+
¦ Hamza, Saleh, Ahmad, Qazi, Baba-Schams, Khatun-Goli, Anzar
+---------------------------------------------------+
«
14. Jh. Sultan Sahak(Isshaq)
+---------------------------------------------------+
¦ (Haft-Tan) ¦
¦ Benyamin, Dawud, Pir-Mussi, Ramzbar, Mustafa-Dawan, Yadegar,
¦ Aywat ¦
¦ Hafttawaneh ¦
¦ Schah-Ebrahim, Sayed Mohammad-Gawreh-Sawar, Sayed Abul-Waffa,
¦ Mir-Sur, Issa-Babu(Hadji), Scheikh Habib-Schah, Sayed Mustafa
+---------------------------------------------------+
«
15. Jh. Die folgenden 5 Khanedan sind die bekanntesten von
insgesamt 11 Khanedan der Religion Ahl-e Haqq
1.Yadegari 2.Sayed-Derwischi 3.Khamusci 4.Miri-suri 5.Schah-Ebrahimi


Die Ahl-e Haqq (Yarsan, Yaresan)

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