KURDICA - Die Kurdische Enzyklopädie  
  Willkommen Home |  Über Kurdica |  Gästebuch |  Sponsoren |  Feedback  
Suchen


Menü

icon_home.gif Home

page_white_text.gif Allg. Geschichte
tree-T.gif Altertum
tree-T.gif Architektur
tree-T.gif Archäologie
tree-L.gif Mittelalter

page_white_text.gif Demografie
tree-T.gif Nordkurdistan
tree-T.gif Ostkurdistan
tree-T.gif Südkurdistan
tree-T.gif Westkurdistan
tree-L.gif Zentralkurdistan

page_white_text.gif Diaspora
tree-T.gif Anatolische Enklave
tree-T.gif Afrika/Asien/Australien
tree-T.gif Europa/Amerika

page_white_text.gif Freiheitskampf
tree-T.gif Aufstände
tree-L.gif Genozide

page_white_text.gif Gesellschaft
tree-T.gif Familie
tree-L.gif Identität

page_white_text.gif Herrschaftsstruktur
tree-T.gif Dynastien/Konföderation
tree-T.gif Fürstentümer
tree-L.gif Stämme

page_white_text.gif Kultur
tree-T.gif Alltagskultur
tree-T.gif Musik
tree-L.gif Tanz

page_white_text.gif Kurdica Diversa
tree-T.gif Diverses
tree-T.gif Autoren
tree-T.gif Biblographie
tree-T.gif Glossar
tree-L.gif Quellenarchiv

page_white_text.gif Literatur&Sprache
tree-T.gif kurd. Literatur
tree-T.gif Märchen/Erzählungen
tree-T.gif Poesie
tree-T.gif Sprachen
tree-L.gif über Kurdistan

page_white_text.gif Organe
tree-T.gif Institute
tree-T.gif Medien
tree-L.gif Vereine

page_white_text.gif Politik
tree-T.gif Kurdische Politik
tree-L.gif Kolonialmächte

page_white_text.gif Religion
tree-T.gif Aleviten
tree-T.gif Christen
tree-T.gif Juden
tree-T.gif Mythologie
tree-T.gif Sunniten/Shiiten
tree-T.gif Yarsan
tree-L.gif Yeziden

Mittelalter: Die Ankunft der Türken in Kurdistan
Geschrieben am Mittwoch, 05. März 2008 von Baran Ruciyar

Allgemeine Geschichte

„...So erschöpfte sich das kurdische Volk gerade in der Zeit in zahllosen Kämpfen, als das Auftreten türkischer Horden die ethnischen Verhältnisse des Nahen Ostens vollständig verändern sollten.“ - Prof. Minorsky; KURDEN IN: Enzyklopädie des Islam, Band V. s. 1218



Als im Jahre 1029 die Ghuzz, Vorläufer der Seldjuken, in Raiy ankamen, zog ihnen der türkische General der Ghznawiden, Tash, mit 3 000 Reitern entgegen, unter den auch Kurden waren. Nachdem der Führer dieser Kurden von den Ghuzz gefangengenommen worden war, lies er seinen Leuten sagen, sie sollten den Kampf einstellen. Dies rief eine Verwirrung hervor, und Tash wurde getötet (Kâmil IX, 268). Im selben Jahr ließen die Ghuzz, nachdem sie bis Maragha vorgedrungen waren, viele Hadhbanî-Kurden hinrichten. Die Kurden verbündeten sich mit dem Statthalter von Aserbaidschan (Wahsûdan), und die Ghuz mussten den Rückzug antreten. Eine andere Abteilung der Ghuzz kam nach einem Raubzug durch Armenien wieder nach Ûrmîye und in die Gebiete des Abu´l-Haidja Hadhbanî; die Kurden griffen die Ghuzz an, erlitten aber eine Niederlage. Im Jahre 1041 liess der Musafiride Wahsûdan b. Mamlan in Täbriz eine große Anzahl der Ghuzz niedermetzeln; die Ghuzz von Ûrmîye drangen in das von Mosul abhängige Hekarî-Gebiet ein und verwüsteten es; aber als sie in das Gebirge vordrangen, griffen die Kurden sie plötzlich an, metzelten 1 5000 Mann nieder und machten große Beute (Kâmîl IX, 270 – 2).

Beim Herannahen der Truppen des Tughril-Beg stießen die erschreckten Ghuzz wieder vor. Kurden zeigten ihnen den Weg durch das Gebiet al-Zawzan (Zozan) nach Cizîre. Ein Teil der Ghuz unter Mansur b. Ghozughlî blieb östlich von Cizîre, während der andere Teil unter Buka nach Dîyarbekr marschierte und unterwegs die Gebiete Kardû, Bazadba, Husainiya (Yakût II, 270) und Feshabûr plünderte. Der Marwanid Sulaiman b. Nasr al-Dawla, Statthalter von Cizîre, bestimmte die Ghuzz dazu, vor dem Frühling sein Land nicht zu durchqueren, um sich mit den anderen Ghuzz, die sich bereits in Syrien befanden, zu vereinigen. Dann brachte er durch eine List Mansur in seine Gewalt und verfolgte die Ghuzz mit Hilfe der Beşnevî-Kurden von Finik. Aber die Ghuzz hörten mit ihren Plünderungen nicht auf, sie verwüsteten das Gebiet Diyarbekr und bemächtigten sich Mosul.

Inzwischen hatte sich das Glück der Hasanwaiyiden, die von den Dailamiten geduldet worden sind; Rukn al-Dawla zeigte den Kurden gegenüber eine große Nachsicht, wenn man sich bei ihm über ihre Übergriffe beklagte sagte er: „Auch die Kurden müssen essen“ (Tadjarib, II, 281), gewandt. Die Macht über Djibal (heute „May“ kommt von Mad=Land der Meder?) war an eine neue Familie namens Banû Annaz (Şerefname: Ayyar=Ayyariden) übergegangen, welche später von Tughrul´s Bruder Ibrahim Yanal blutig bekämpft wurden, und sich schließlich den Seldjuken unterwarfen.

Die Niederlage des Kaisers Romanos IV. bei Melazkurd (Milazgirt) 1071 brachte ganz Armenien und Kurdistan an Alp Arslan. Unter den Groß-Seldjuken trat in Fars die unruhige Dynastie der Shabankara auf. Auf der anderen Seite wurden die kleinen kurdischen Dynastien, wie die Schaddadiden, die erst den Türken halfen, dann zu Gunsten der Türken unnachsichtig beseitigt. Im Jahre 1100 verschwindet der letzte Marwanide in der Gegend von Khilat, wo der Türken Sukman Kutbi die Dynastie der Shah Arman begründet, die ein Jahrhundert lang bis zum Auftreten der Ayyubiden bestand. Ibn al Athir erwähnt die Vernichtung von 2 000 Kurden des Surkhrab b. Badr, eines Sprössling aus der Dynastie der Banu Annaz, durch die Turkmenen des Salghur Karabuli; diese Turkmenen bemächtigten sich dann aller Besitzungen des Surkhrab, mit Ausnahme von Shahrizor, Dakuka und Khuftidjakan. Trotz dieser Rückschläge werden die Kurden im 11. und 12. Jh. oft erwähnt. In seinem Kampf gegen Kawurd von Kirman verwendete Malik Shah kurdische und arabische Streitkräfte, die er dann mit Lehnsgütern in Kirman belohnte, wo bereits kurdische Kolonien bestanden (vgl. Masudi S. 88). Zu etwa gleicher Zeit fanden türkische Raubzüge gegen Luristan statt. An den Feldzug des Muhammed b. Malikshah gegen Syrien 1110 nahm der Herr von Maragha Ahmadil b. Wahsudan, ein Kurde des Rawadi-Stammes (vgl. Kâmil, X, 391), ein Clan der Hadhbanî-Kurden, und der „Shah von Armenien“ Sukma teil. Der Feldzug scheiterte und die Kurden rückten ab, um den Türken Sukman zu belagern,
Zu dieser Zeit hört man öfters von Kurden in Syrien, wo sie mit den Franken in Berührung kommen.

Unter Sandjar wurde die Provinz „Kurdistan“ aus dem westlichen Teile von Djibal gebildet. Sulaiman Shah Aiba wurde ihr Statthalter mit Bahar (im Nordosten von Hamadan) als Residenz. Die Provinz stand in hoher Blüte. Unter Sandjar beteiligten sich die Kurden auch an den Aufständen des Jahres 1112 und im Jahre 1114 ging in eine Strafexpedition nach Hekarî, Zozan und in das Gebiet Beşnewî; aber kurz darauf rissen die Kurden in Tur-Abdin das befestigte Schloss des christlichen Patriarchen an sich.


Quelle: mehrere Artikel des Herrn Minorsky in der Enzyklopädie des Islam


Die Ankunft der Türken in Kurdistan

Keine anonymen Kommentare möglich, bitte zuerst anmelden

Für den Inhalt der Kommentare sind die Verfasser verantwortlich.



Die Artikel sind geistiges Eigentum des/der jeweiligen Autoren,
alles andere © 2008 by KURDICA - Die Kurdische Enzyklopädie
Seitenerstellung in 0.2801 Sekunden, mit 18 Datenbank-Abfragen