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Stämme : Die Axucan
Geschrieben am Sonntag, 07. September 2008 von Baran Ruciyar

Herrschaftsstrukturen rinret schreibt:

Kurdisch: Axucan, Auchan oder Aghuchan. Türkisch: Aghuchan, eine heilige Sippe der alevitischen-Kurden in Dêrsim.

Die Axucani gehören zu einen der Stämme von den Scheich (Seyîd)-Familien der kurdischen Aleviten in Dêrsim, Kochgiri und Malatya, denen mystische Kräfte zugesprochen werden, d.h., dass sie als Heilige angesehen werden.

Über ihre Herkunft gibt es verschiedene Theorien. So sehen die türkischen Nationalisten in den Stamm Axucan, den türkischen Stamm Aghacheri, welcher laut Minorsky heute unter den Großlurstämmen in Luristan lebt und von der lurischen Kultur assimiliert wurden. Die Aghacheri sind vermutlich ein Teil der Afsharen, die heute in Anatolien leben. Cemal Sener behauptet sogar, dass die Axucan von einen der 3 Kalifen um Haci Bektas abstammen, die durch ihn nach Dersim gesandt wurden, um dort das Alevitentum zu verbreiten. Die andere These besagt, dass die Etymologie des Namen Axucan in der armenischen Sprache zugrunde liegt, demnach wären die Axucan dann von  armenischer Herkunft. Diese von der Zeitschrift "Munzur" eingebrachte These ist jedoch bisher nicht weitreichend belegbar gewesen, da sie sowohl die mündlichen Überlieferungen der Axucan als auch Dêrsimî und Firats Überlieferungen widersprechen.  Laut Dêrsimî sind sie Nachfahren eines Scheichs namens Seyîd Hasan, dessen Grab die Dêrsimer bis vor kurzem noch besuchten und dem Verstorbenen auch Opfer darbrachten. Dieser soll seine außergewöhnlichen Kräfte demonstriert  haben, indem er zuvor getrunkenes Gift durch seine Fingerspitzen wieder abzapfen konnte, weswegen er Aghuchan genannt wurde.
Ihre Sprache ist ein Kurmancî-Dialekt der kurdischen Sprache. Sie selbst behaupten, traditionell von dem islamischen Imam Zeynel Abidin abzustammen. Allerdings existieren keine historischen Dokumente, die diese überaus unrealistischen Behauptung untermauern könnten.

Allerdings gibt es laut Dêrsimî, einen Gerücht darüber, dass ihr Vorfahre ein gewisser Mehmûd war, der in den Zeiten von Sultan Mecit gelebt haben soll. Dieser soll sich dem Volk als ein Weiser ausgegeben  und um sich selbst Anhänger gesammelt haben. Diejenigen, die ein Missfallen gegen ihn hegten, sollen sich bei Sultan Mecid über ihn beklagt haben, so habe Sultan Mecid, Mehmûd nach Istanbul geholt und ihn dort eine Tasse voll Aloe (d.h. Aghuchan= Aloe Trinker) gereicht haben. Jedoch soll das Gift nicht nennenswert auf Mehmûd gewirkt haben. Sultan Mecid muss von den mystischen Kräften dieses Mannes so sehr beeindruckt gewesen sein, so dass er jedes Jahr 200 Goldstücke aus seiner Staatskasse an Mehmûd weitergeleitet haben soll.
Laut Dêrsimî teilt sich die Sippe in vier Zweige auf: Murşît, Kose Seyît, Seyît Mencik, Koca Seyît,  dazu zählt man sie zu den Prediger/Heiligen Sippen Westdêrsims. Die Mitgliederzahl des Stammes ist ziemlich geringfügig im Gegensatz zu anderen heiligen Stämmen, wie zum Beispiel die Qurêyshan u.a..  In den osmanischen Dokumenten werden sie als eine Sippe von 500-600 Mitgliedern beschrieben. Die von Gülsün Firat angeführte Liste beinhaltet nur ein Dorf, indem die Axucan leben. Es handelt sich hierbei um das Dorf Karabakir in Xozat, in Erzingan leben sie in einem Dorf Kismikor,  welches als ihr religiöses Zentrum gilt. Weiterhin gibt es sie auch in Meledî und Sevas.


Quellen:G. Firat: Sozioökonomischer Wandel und ethnische Identiät in der kurdisch-alevitische Region Dersim. Saarbrücken 1997. Dersimi, V. Dr. M. Nuri : Hatıratım. Öz-Ge Yayınları 9, Ankara, 1992. Minorsky: Lur. IN: E.I., 1932, S. 46 ff. Munzur Çem: Bozuk bir plağın tekrarı: Alevi Kürde kimlik yaması,  IN: Deng Ausgabe 58, 2003. http://www.karacaahmetsultan.com/arastirma.asp?id=112 (01.03.08).

 


Die Axucan

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