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Allgemeine Geschichte: Die Fedlewiden (Lur-e Bozurg "Groß-Luren")
Geschrieben am Freitag, 03. Oktober 2008 von Baran Ruciyar

Herrschaftsstrukturen

Eine von diesen Dynastien war die Dynastie der Atabeg in Ost- und Südluristan zwischen 1155 und 1423 mit der Hauptstadt Malamir (Malayîr).

Diese Dynastie führt auch der Namen Fedlewi, nach einem Kurdenoberhaupt aus Syrien, namens Fedlûya gegeben. Seine Nachkommen verließen ihre Heimat und gelangten über Mayafarikin und Gûran, wo sie sich mit Mîr Dibac aus Gîlan verschwägerten, um 1006 in die Ebene nördlich des Uşturan-Kuh.

Eine von diesen Dynastien war die Dynastie der Atabeg in Ost- und Südluristan zwischen 1155 und 1423 mit der Hauptstadt Malamir (Malayîr). Diese Dynastie führt auch der Namen Fedlewi, nach einem Kurdenoberhaupt aus Syrien, namens Fedlûya gegeben. Seine Nachkommen verließen ihre Heimat und gelangten über Mayafarikin und Gûran, wo sie sich mit Mîr Dibac aus Gîlan verschwägerten, um 1006 in die Ebene nördlich des Uşturan-Kuh.

Die Dynastie wurde im Jahre 1155 von "Kurd Ebu Tahir" gegründet. Sie existierte und funktionierte insgesamt 268 Jahre als ein kurdischer Staat mit verschiedenen Herrschern. Die Fedlewiden von Groß-Luristan in dem ehemaligen Lulu-Territorium – passen genau in jene Lücke ab 1220 n. Chr., in der die geordnete Geschichtsschreibung für 150 Jahre fast vollkommen versiegt. Während der sehr fortschrittlichen "Hezar-Esp" Ära ließen sich viele nomadischen Kurden- und Araberstämme in Groß-Luristan und Şulistan nieder.


Die Herrscher der Fedlewiden waren:

Kurd Abû Tahir, mit richtigen Namen Ali Muhamed, er erwies sich im Dienste des Salghuriden von Sunkur  in einem Feldzug gegen die kurdischen Şabankara als ein guter Führer. Als Belohnung verliehen ihn die Salghuriden das Kûh-Gilu Gebiet und gaben die Zustimmung für Eroberungszüge gegen die Luristan-Fürstentümer. Abû Tahîr gelangte es in kürzer Zeit diese Unternehmung zu vollbringen und verfeindete sich infolgedessen mit den Salghuriden und erklärte im Jahre 1155 seine Unabhängigkeit12. Es folgten die Vertreibung der Şul, Entmachtung des letzten kurdischen Fürsten von Luristan, Nasir, ein Nachfahre der kurdischen Hassanwaihiden-Fürsten sowie die Besiegung der Truppen von den Türken Eşek, in Khuzistan. Er starb 1162.

Hezar-Esp (Melik), Abû Tahîrs Sohn. Unter Hezar-Esp erlebte Luristan, dem iranische und arabische Stämme zuströmten, eine Blütezeit. Hezar-Esp vertrieb die letzten Reste der Şul aus Şulistan, die nach Fars abweichen mussten und fiel in Südluristan (Groß-Luristan) ein. Er belagerte die letzte Salghuridische Festung in Nordluristan (Lekistan) und vertrieb alle Fremdmächte von dort. Unter seiner Führung erstreckte sich das Fedlewiden Reich im Osten bis nach Esfahan heran. Der damalige islamische Kalif in Bagdad Nasir schlug ihn zum Atabeg (Atabêk). Auch mit dem Khwarizmshah Muhamed unterhielt Hezar-Esp gute Beziehungen und gab sein Tochter dessen Sohn Ghiyasedin zur Frau. Hezar-Esp starb im Jahre 1203 und hatte zwei Söhne.

 

 
Münzeprägungen während Hezar-Espära



Tikle (Thekle) war der Sohn Hezar-Esp´s und dessen Salghuridischer Frau. Tikle schlug die Angriffen der Salghuriden aus Fars zurück und eroberte einige Bezirke der lurischen Dynastie der Lur-i Kuçik. Die Truppen, die vom Kalifen aus Khuzistan gegen ihn gesandt wurden, schlug er ebenfalls nieder. Bald wurde das Fedlewiden Reich von den Mongolen besetzt. Atabeg Tikle war die tragische Gestalt dieser Epoche. Er versucht durch taktische Unterwerfung das Chaos von Kurdistan abzuwenden. Er erringt tatsächlich das Vertrauen des Dchingis-Khan-Sohnes Hügagü und erhält ein wichtiges Kommando in der Armee. Aber die Chance sein Volk vor den Pogromen der blutdurstigen Mongolen zu bewahren, verlor er durch Kleinigkeiten. Hügagü lies Tikle in Täbriz hinrichten, weil er den Verdacht hatte, dass er mit den Kalifen sympathisiert.

Şemsedîn Alp Ergûn, folgte seinem Bruder Tikle und regierte 15 Jahre lang. Ihn gelang es nicht, den durch die mongolischen Kriegzüge zerstörten Staat wieder herzustellen.

Yusuf Şah, Sohn Şemsedîn´s, gelangte es, das Reich wieder zu stabilisieren. Er verdrängte die Şul, die wieder die Siedlungsgebiete der
Mamesenî-Luren besetzt hatten. Und stellte die alten Grenzen der kurdischen Fedlewiden wieder her.

Unter Afrasiyab wagten die Kurden und Luren gegen Arghün zu kämpfen. Afrasiyab leitete eine Säuberungsaktion in seinen eigenen Hof ein, und ließ alle seine Wezire und Staatsverwalter hinrichten. Afrasiyab unternahm Eroberungszüge nach Fars, wo er mit den Mongolen in einem Konflikt geriet. Nach langem andauernden Krieg wurde er von Aghün (mongolischer Atabek von Fars) geschlagen. Und wurde in Fars hingerichtet.

Nasir Ehmed folgte seinem Bruder Afrasiyab, der viele Jahre hindurch am Hofe der Mongolen lebte und führte die mongolische Gesetze in Luristan d.h. Kurdistan ein. Mustawfi lobte seine geschickte und weise Regierung, welche die von Afrasiyab begangene Schädigungen wieder wettmachte. Nasir war ein Freund der Poesie und der Derwische, ihm sind mehrere Bücher gewidmet. Er ließ 44 Medrese (Schule) in Izac errichten. Die Dichter und Intellektuellen nannten ihn, wegen seinem Engagement für Für Bildung, „Pîr“.

Sein Sohn Rukn Yusuf Şah II. War ebenfalls eine gerechter Herrscher. Unter ihm erstreckte sich das Reich der kurdischen Fedlewiden von Basra und Khuzistan bis nach Kirmaşan im Norden und Fîruzan in Fars. Er wurde 1332 in Ruknbad (Runkstadt) bestattet.

Mistefa, unter ihm erlebte Luristan eine ruhige Zeit.

Nawral Ward, er vergeudete alle Schätzen seiner Vorfahren und fügte den Staat großen Schaden zu.

Şemsedîn Peşeng kûrê Yusuf Şah.18 Während seiner Ära wurde Luristan zu Schauplatz der Kriege zwischen den kurdischen Fedlewiden und
Muzafariden. Mit fremder Hilfe konnte Peşeng sein Reich verteidigen. Aus seiner Zeit sind auch Münzen erhalten geblieben. Er starb 1384.

Nach seinem Tod entbrannte ein Streit zwischen seinen beiden Söhnen Melîk Pîr Ehmed und seinem jüngeren Brüder Melîk Hûşeng, der dabei den Tod fand. Nach diesen Ereignissen war die Fedlewiden Dynastie gänzlich geschwächt. Shah Mansûr verjagte Melîk und ersetze ihn durch Malik Uwaiz. Als Timur 1392 Luristan durchzog, kam Pîr Melîk zu ihm nach Khuzistan. Timur sorgte dafür, dass er seinen Sitz wieder zurück bekam. Trotz den guten Beziehungen mit Timur, nahm dieser die Brüdern Pîr Ehmeds Şah Mansûr und Afrasiya als Geiseln nach Samarkand mit sich.

Abû Said der infolge eines Krieges gefangen genommen wurde und zwei Jahre als Geiseln am Hofe des Mîrza Iskender in Schiraz war, folgte seinem Vater und starb um 1417.

Dessen Sohn Şah Hûseyîn wurde nach 7 Jahren Herrschaft von seinem Verwandten umgebracht.

Ein gewisser Xîyasedîn ibn-i Kaus ibn-i Hûşeng riss die Macht an sich, aber der Timuriden Sultan Ibrahim ibn-i Shahrukh sandte Truppen gegen ihn und machte der Herrschaft der Familie Fedlewi ein Ende. Später übernahm der Stamm der
Bakhtîarî die Kontrolle über Luristan als Vasallen regionaler Dynastien (Şerefname; 1, 48).

 

Unter den Safaviden reichte das Reich der Bakhtiarî von Fluss Diz bis hin zum Kleinlurischen Reich und von Isfahan bis nach Kohgiluye.

 


 

Quelle:

*Minorsky; Lur-i Buzurg, Luren, Luristan, Kurden IN: Martin T. Houtsma et. al. (Hrsg.): Enzyklopädie des Islam. Bd. 1–4 + Erg.-Bd., Brill, Leiden 1913–1938. 

 *http://northerniraq.info/blog/?p=180 (letzter Besuch: 01. 02. 2008).

 *Hans Hauser: Die Kurden, Stiefsöhne Allahs. Herbig Verlag (Mai 1983)

*Amanolahi (Baharvand), S. 1985. The Lurs of Iran. Cultural Survival Quarterly 9(1):81.

*C. Edmund Bosworth: HAZARASPIDS in: E.Iranica

 

*http://users.rcn.com/j-roberts/95.htm (29/02/08)

 

 

 


Die Fedlewiden (Lur-e Bozurg "Groß-Luren")

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