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Fürstentümer: Die Geschichte der Honskaifa (Hasankeyf) Fürsten - die Melîken
Geschrieben am Montag, 26. Mai 2008 von Baran Ruciyar

Herrschaftsstrukturen

Die kurdische Fürsten von Hasankeyf (Hosnkayfa) sollen von einem Sprössling des Ayyubiden-Hauses namens Kaifa ben Talun abstammen, welchem angeblich Hasankeyf (das Schloss Kaifa) seinen Namen zu verdanken hätte. Kaifa selbst lebte eine Zeit lang im syrischen Hama und begab sich später nach Mardin in die Dienste des dortigen Fürsten, der ihn zu einem seiner Emire und Würdenträger ernannte und in der Folge die Kontrolle über den Bezirk Sadir ihm unterstellte. Da es ihm dort nicht gefiel, ging er nach Ras-elkhaul, dem heutigen Hasankeyf, wo er von dem Volk zum Oberhaupt erwählt wurde und sich gegen die Fürsten von Mardin behaupten wusste.

Die von ihm gegründete Herrschaft in Hasankeyf vererbte sich auf seine Nachkommen, erlag aber unter dem sechsten Nachfolger Melîk Xelef, mit dem Beinamen Sorxtî (Rothäugigen), gegen die vordringenden Macht der Aqqoyyunlu. Melîk Xelîl, der Sohn Melik Xelef´s, wusste das verlorene Gebiet zurückgewinnen. Nach dem die Aqqoyyunlu Hasankeyf eingenommen hatten, gelang es Melîk Xelîl zu entkommen und hielt sich in Syrien verborgen, bis innere Streitigkeiten die Herrschaft der Aqqoyyunlu schwächten. Er kehrte nach Hasankeyf zurück und forderte die Bevölkerung seiner Familie zum Loyalitätsbeweis auf. Dabei wurder er von Mîr Shah Mihemed Sîrwî unterstützt, deren Stammesführer traditionellgemäß Wezîre der Herrscher von von Hasankeyf waren.

Die kurdischen Stämme in der Region schafften es gemeinsam die beiden Städten Sêrd und Hasankeyf von den Aqqoyyunlu zu entrissen. "Keiner der Fürsten Kurdistans kam ihm an Großartigkeit und Macht gleich" meint Sheref; „was er tat, tat er in königlichen Stil“.

 

Er heiratete eine Schwester des künftigen Schahs Ismail. Seine Unabhängigkeit endete aber, als er zusammen mit 15 anderen Mîrs den Shah aufsuchte, um ihn zu huldigen und seine Unterwerfung anzubieten. Er wurde gemeinsam mit den anderen gefangengenommen. Das einzige Privileg, das ihm sein Schwager zugestand, war die Erlaubnis zum Herbeiholen seiner Frau und seiner Familie. Allein der nach seinem Tode unter seinen Söhnen ausgebrochenen Streit machte bald ihrer Herrschaft ein Ende.

Zu Zeiten Melîk Hûseyns erwähnt Sheref Khan unter den Dependenzstädten Hasankeyfs Sêrd, Bişerî, Tûr und zuweilen auch Cizra Botan.

Melîk Hûseyn, einer von vier Brüdern, welcher dem Vater folgte, wurde auf Befehl seines Bruders, Melîk Silêman (gest. 1335) hingerichtet. Dieser allerdings konnte sich wegen ausgebrochener Streitigkeiten mit seinen Brüdern und lokalen Stämmen nicht behaupten, und floh nach Amed. Er erhielt von Sultan Suleyman den übriggebliebenen Bezirk von Hasankeyf Roha, aus welchem er kurzum seine beide anderen Brüder mit jeweils 300. 000 und 200. 000 Menschen auswiesen ließ. Nach seinem Tode wurde seine Brüder Melîk Muhamed zum Oberhaupt erklärt. Dessen Herrschaft war aber nur von kurzer Dauer. Er wurde erste zum Herrscher über die Sandschak Arapgir und im Nachhinein über Bitlis erklärt, wo er aber nur kurz regierte. Zuletzt zog er sich bei den Fürsten von Botan ins Privatleben zurück.

Den Sandschak Roha erbte sein ältester Sohn Melîk Sultan Hûseyn, welcher ebenfalls nur kurz regieren konnte. Seine übrigen sechs Brüder lebten zerstreut an den Höfen kurdischer Fürsten unter dessen Dienst sie standen.
 


 

Quelle: Barb, Heinrich A.: Geschichtliche Skizze der in der Chronik von Scheref behandelten 33 verschiedenen kurdischen Fürstengeschlechter, Wien 1856. Enzyklopädie des Islam, Minorsky; KURDEN. Şerefxanê Bedlîsî, Şerefname; Weger Ziya Avcı 1998 Apec förlag Box 3318 SE-163 03 Spånga (Swêd). M. M.van Bruinessen, Agha, Scheich und Staat..., Berlin 1989.

Die Geschichte der Honskaifa (Hasankeyf) Fürsten - die Melîken

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