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Afrika/Asien/Australien: Die Kurden in Balutchistan
Geschrieben am Mittwoch, 12. März 2008 von Baran Ruciyar

Diaspora

Zwangsumsiedlungen und Massenwanderungen haben eine erhebliche Rolle in der kurdischen Geschichte gespielt. Seit dem Auftreten der ersten Reiche der Arkadier und Assyrer in Kurdistan sind Massenzwangsverschickungen der Bevölkerungen der eroberten kurdischen Regionen ernorm gewesen (Wright und Johnson 1975). Die nachfolgenden Eroberer der kurdischen Regionen haben diese Tradition der Zwangsdeportierungen fortgesetzt.

Die meisten neuen kurdischen Enklaven, resultierend aus diesen Zwangsumsiedlungen, bestanden aus den kurdischen und nichtkurdischen Gruppen in kurdischen Regionen. Ohne auf Sprache, Dialekte, Religionen und Gewohnheiten zu achten, wurden diese Menschen zwangsweise in verschiedene Regionen außerhalb ihrer tatsächlichen Heimat deportiert. Die größte kurdische Enklave ist im iranischen Khorasan[1], resultierend aus der osmanisch-safavidischen Rivalität im 15-16. Jahrhundert, entstanden. Ein ethnographisches Diagramm der Khorasan-Enklave deckt gerade eines dieser springendenden Punkte der Zwangsdeportierungen im 16. Jahrhundert auf. In einem kleinen Gebiet leben zwangsumgesiedelte Perser, Aserbaidschaner, Turkmenen, Luren und Kurden, Sprecher von Kurmancî, Soranî, Hewramî, Lekî, Kirmanckî und Anhänger des sunnitischen und schiitischen Islams, Aleviten und Yarsan nebeneinander. In der Nähe von Dughî (einer kleinen Stadt in Khorasan) leben auch yezidische Kurden, die aus Siirt dorthin deportiert wurden.


Kurden in Balutschistan

Es gibt Kurden außerhalb Kurdistans, die aus politischen und ökonomischen Gründen ihre Heimat selbst verlassen haben. Ein Beispiel dafür stellt die kleine kurdische Enklave im persischem Teil Belutschistans. Im nordöstlichen persischen Balutschistan lebt ein Teil des kurdischen Zand-Stammes (Kurdisch: Zend). Sie sind Nachkommen derer, die Lotf - Ali Khan Zand bei seinem hoffnungslosen Unternehmen nach Bam[2] 1794 begleiteten und auch dort sesshaft wurden. Bis 1880 waren sie in Khash dominierend, ihr Führer war bekannt als der Sardâr von Sarhad (Sykes, pp. 106, 107, 131) und regierten dieses Gebiet, das ein Teil des persischen Balutschistans umfasst. Die Sardâr von Sarhad verwalteten wie ein Gouverneur das Gebiet Sarhad mit dem Hauptsitz in Khash. Dementsprechend war auch der soziale Status der Zand unter den lokalen Balutschi Bevölkerung hoch.


Heute leben sie weit verstreut, einige von ihnen leben auf den südlichen Steigungen des Kuh-e Taftân, andere um Magas (heute, Zâbol); einpaar Dörfer befinden sich auch Sistân (Afşâr Sistâni; P. 918). Hosayn- 'Ali Razmârâ erwähnt auch acht Dörfer im Bezirk von Bampoşt, die vom Balutschi sprechenden Zand-Stamm bewohnt werden (VIII, pp. 187, 248, 313, 315, 322, 372, 384). Diese sind vermutlich zur gleichen Zeit wie die Kurden von Khash nach Balutschistan gewandert. Heute scheinen sie aufgrund der lokalen Bevölkerung assimiliert zu sein und sprechen nur noch Balutschi.


Sprache

Die wichtigste Stämmen sind die Yelhani, die Zand, die Zengene und die Kûranî. Sie sprechen einen Mischdialekt aus dem Kelhurî/Lekî[3] (die Sprache des Yarsanismus) und einen Balutschi-Dialekt namens Sarhadî. Ihren Dialekt nennen sie speziell Bapîrî (Izady; 1992) was „die Sprache unserer Vorfahren“ bedeutet.


Religion

Traditionell sind die Zand ausnahmslos sowohl in Kurdistan als auch außerhalb vom Kurdistan Anhänger des Yarsanismus[4]. Auch in Balutschistan sind sie trotz der einheimischen Balutschi-Bevölkerung, die Anhänger des sunnitischen Islams sind, heute noch Yarsan.


[1] Vgl. Artikel Kurden in Khorasan
[2] Siehe dazu: http://www.iranchamber.com/history/zand/zand.php
[3] Ermittlungen von verschiedenen Forschern, sind äußerst widersprüchlich. Selbst Izady zählt die Zand zu den Lek-Stämmen, ihre Sprache dagegen zum Leki bzw. zum Südkurdischen (Izady; 1992).
[4] vgl. Yarsanismus

Die Kurden in Balutchistan

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