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Mythologie: Die Nycan und die Entstehung des Weines
Geschrieben am Donnerstag, 28. August 2008 von rinret

Religion

Die Nycan sind in der kurdischen Mythologie die Geister des Alkohols. Wie in der Mythologie berichtet, haben die Nycan den Div einen großen Dienst erwiesen. Als dieser nun zu den Lichtlosen aber Schattenfernen gesendet wurde, musste er feststellen, dass ihre Seelen nicht so leicht einzufangen waren. Sie verachteten den dreckigen Div und manche bezeichneten ihn sogar als Tier.

Der Div nun blieb erst mal tatenlos und studierte das Verhalten der Lichtlosen aber Schattenfernen. Doch auch als er sich ihnen anpasste, konnte er noch keine Erfolge verzeichnen. Da kam ihn die Idee, sich mit allem Reichtum zu umgeben, um die anderen zu verblenden. Er zeigte sich mit Gold und Edelsteinen, aber auch dieser Reichtum wurde das von dem Licht, was von den Lichtlosen aber Schattenfernen ausging, um vieles überstrahlt.

 

Schließlich bekam er von einem Verwandten, Yüboc – die Heimtücke genannt, einen Tipp, um die Seelen der Lichtlosen erlangen, muss man sie täuschen. Um diese Täuschung zu erreichen, nahm der Div die Hilfe der Nycan an. In einem goldenen Becher füllte er Wasser und gab getrocknete schwarze Trauben hinzu, das die Nycan schließlich in ein alkoholisches Getränk – dem Wein verwandelten. Der Div lud daraufhin alle Lichtlosen zu einem großen Fest ein. Die Lichtlosen waren zu Beginn jedoch sehr zaghaft und wollten dieser Feier fernbleiben, da aber doch einige von ihnen sich überreden ließen, kamen am Ende sehr viele zu dem Div und tranken von dem wundersamen Getränk. Mitten in der Feier begann der Div mit seiner Magie und sprach:

 

„Ihr, die ihr immer das Du gewesen, das Du, geschaffen von ihm, dem uralten heiligen Vater, der euch dadurch mit allem Geschaffenen, den Weiten, den Räumen, den Körpern, den Seelen, und Geistern von Tag und Nacht und Zeit und Ewigkeit verbunden und gebunden hat, werdet durch diesen Trank Ich – Rajassas – das heißt Erkennende, die über der Welt des Du Stehenden. Erzeugt, um selbst zu zeugen., geschaffen, um ewig zu sein. Weit trage euch das Ich über das gemeinsame Du, des uralten heiligen Vaters Gedanken, aus dessen Bann ihr euch durch eurer Handeln selbst befreit.“

 

Als die Lichtlosen aber Schattenfernen ihren Irrtum und die Heimtücke des Div erkannten, war es zu spät – seine Worte waren bereits in ihr Bewusstsein eingedrungen und saßen fest. Seit dieser Zeit müssen die Lichtlosen aber Schattenfernen erst ein Ich erlangen, um den Göttlichen näher zu kommen. Wer dies jedoch nicht erlangen kann, sucht Trost bei den Nycan und ihre Seele ist von dem Div gezeichnet.

 

 


Quelle: H. Abbas: Das ungeschriebene Buch der Kurden. München 2003 S. 60-4


Die Nycan und die Entstehung des Weines

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