KURDICA - Die Kurdische Enzyklopädie  
  Willkommen Home |  Über Kurdica |  Gästebuch |  Sponsoren |  Feedback  
Suchen


Menü

icon_home.gif Home

page_white_text.gif Allg. Geschichte
tree-T.gif Altertum
tree-T.gif Architektur
tree-T.gif Archäologie
tree-L.gif Mittelalter

page_white_text.gif Demografie
tree-T.gif Nordkurdistan
tree-T.gif Ostkurdistan
tree-T.gif Südkurdistan
tree-T.gif Westkurdistan
tree-L.gif Zentralkurdistan

page_white_text.gif Diaspora
tree-T.gif Anatolische Enklave
tree-T.gif Afrika/Asien/Australien
tree-T.gif Europa/Amerika

page_white_text.gif Freiheitskampf
tree-T.gif Aufstände
tree-L.gif Genozide

page_white_text.gif Gesellschaft
tree-T.gif Familie
tree-L.gif Identität

page_white_text.gif Herrschaftsstruktur
tree-T.gif Dynastien/Konföderation
tree-T.gif Fürstentümer
tree-L.gif Stämme

page_white_text.gif Kultur
tree-T.gif Alltagskultur
tree-T.gif Musik
tree-L.gif Tanz

page_white_text.gif Kurdica Diversa
tree-T.gif Diverses
tree-T.gif Autoren
tree-T.gif Biblographie
tree-T.gif Glossar
tree-L.gif Quellenarchiv

page_white_text.gif Literatur&Sprache
tree-T.gif kurd. Literatur
tree-T.gif Märchen/Erzählungen
tree-T.gif Poesie
tree-T.gif Sprachen
tree-L.gif über Kurdistan

page_white_text.gif Organe
tree-T.gif Institute
tree-T.gif Medien
tree-L.gif Vereine

page_white_text.gif Politik
tree-T.gif Kurdische Politik
tree-L.gif Kolonialmächte

page_white_text.gif Religion
tree-T.gif Aleviten
tree-T.gif Christen
tree-T.gif Juden
tree-T.gif Mythologie
tree-T.gif Sunniten/Shiiten
tree-T.gif Yarsan
tree-L.gif Yeziden

Islam: Die Scheich von Palo (Scheich Saids Herkunft)
Geschrieben am Donnerstag, 28. August 2008 von Baran Ruciyar

Herrschaftsstrukturen

Diese Scheichs wurden aufgrund ihrer Verwicklung in den Aufstand von 1925 in Türkisch-Kurdistan weithin bekannt. Angehörige der Familie waren in der Palû-Region (Nördlich von Diyarbakir) als religiöse Führer etabliert, seit sich ihr Vorfahren Haci Huseyn dort angesiedelt und ein tekiye eröffnet hatte.

Haci Huseyn war ein Qadîrî-Scheich, geboren in Silêmanî (und daher möglicherweise ein Mitglied der Berzencî-Familie). Nachdem er Silêmanî verlassen hatte, lebte er in Damaskus und später in der Diyarbakir-Region. Sein Sohn und sein Enkel, die ihm dort als Qadîrî-Scheich nachfolgten, waren offenbar ziemlich bedeutungslos. Zu einer Veränderung kam es als der nächste Scheich, Elî, in den Naqşîbendî-Orden initiiert wurde (Rondot 1937, S. 46).

1) Scheich Elî scheint größere politische Prominenz erlangt zu haben als seine Vorfahren. Sein Aufstieg fällt mit dem Auftreten der Scheichs als politische Führer in ganz Kurdistan zusammen. Elî hatte in seiner Jugend in den Städten Diyarbakir und Cizre studiert. In letzterer traf er einen von Mewlana Xalids Khalifa, Scheich Ehmed von Erbil. Nach einer gebührende Zeitphase initiierte ihn Scheich Ehmed in die Naqşîbendîya, woraufhin Elî nach Damaskus ging, unter Mewlana Xalid selbst weiterzustudieren (so Rondot; einer meiner Informanten, selbst ein Naqşîbendî Scheich, behauptete, dass Elî nicht Şêx Ehmed, sondern Mewlana Xalids Halbbruder, Şêx Mehmûd Sahib initiiert wurde und Xalid persönlich nie begegnet ist)
Schließlich wurde Elî von seinem Lehrmeister in die Palû-Region zurückgeschickt, um den Orden dort aufzubauen. Aufgrund von Konflikten mit Regierungsbeamten musste er weiter nach Osten in die Region von Mûş und Bitlis ziehen. Er gewann mehrere Qadîrî-Scheichs dieser Region (Khalifa seiner Vorfahren?) für die Naqşîbendîya und kehrte gegen Ende seines Lebens nach Palû zurück (Rondot; 1937, S. 46)

 

2) Sein Enkel Seîd hatte großen Einfluss bei den zazasprechenden Stämmen der Distrikte nördlich und nordöstlich von Diyarbakir. Er stärkte seine gesellschaftliche Stellung noch mehr, indem er in die führende Familie des mächtigsten Cîbran-Stamm einheiratete. Die anderen Naqşîbendî-Scheichs dieser Distrikte erkannten Seîd als ihr Oberhaupt an. Diese Scheichs, aber auch Seîd’s Brüder und Söhne spielten beim Aufstand von 1925 führende Rollen.

 

3) Scheich Selahedîn kehrte nach einer langen Zeit des Exils im Ausland in die Türkei zurück und ließ sich wieder in Palû nieder. In den siebziger Jahren übte er erneut großen Einfluss aus und wurde daher von politischen Parteien (der Rechten und extremen Rechten) hofiert. Er hielt mit seiner Familie sicheren Abstand zum kurdischen Nationalismus, und eine Zeitlang wurde die Familie sogar mit der pantürkischen, faschistischen Nationalisten Aktionspartei in Verbindung gebracht. Selahedîn starb im September 1979. Sein Begräbnis, berichtete die türkische Presse, habe viele tausende Verehrer angezogen.

 

 

 


Quelle: M. M. van Bruinessen, Agha, Scheich und Staat, Politik und Gesellschaft Kurdistans


Die Scheich von Palo (Scheich Saids Herkunft)

Keine anonymen Kommentare möglich, bitte zuerst anmelden

Für den Inhalt der Kommentare sind die Verfasser verantwortlich.



Die Artikel sind geistiges Eigentum des/der jeweiligen Autoren,
alles andere © 2008 by KURDICA - Die Kurdische Enzyklopädie
Seitenerstellung in 0.0779 Sekunden, mit 18 Datenbank-Abfragen