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Stämme : Die Zand (Zend)
Geschrieben am Samstag, 16. August 2008 von Baran Ruciyar

Herrschaftsstrukturen

Zand (kurd. Zend) ein yarsanistischer Lekstamm1 in Lekistan, Luristan, Germiyan und Gûran.

Der Name Zend bedeutet im persischen Stark. Es existiert auch ein Mythos, wie die Zand zu ihrem Namen kamen: "In der Zeit der Herrscher von Lohrâsb und Goştâsb verfasste Prophet Zardoşt ein Buch, was ihm vom Himmel gesandt wurde. Diesem Buch gab er den Namen Zand (vgl Zand-Avesta). Die herrschenden Könige kamen überein, das Buch an jenen Stamm weiterzugeben, der der berühmteste und von der Abstammung reinste der iranischen Stämme sei. Nach langen Untersuchungen fanden die Könige einen Stamm, der diesen Anforderungen entsprach und übergaben ihnen nicht nur das himmlische Buch sondern nannten auch den Stamm nach den Namen des Buches – Zand. Der Mythos erzählt weiter, dass nur dieser Stamm in der Lage war, dieses Buch zu verstehen“2.

Die Zand sind ein Stamm der Lek3 und vor allem bekannt für sein Mitglied Karim Khan Zand4, der nach der Ermordung von Nadir Schah 1747 interne Konflikte für sich entschied und Herrscher über den nahezu gesamten Iran wurde5. Karim Khan setzte auch einen Teil seines Stammes aus dem südkurdischen Bezirk Deh Pari als Grenzhüter gegen die Afscharen in Khorasan ein. Unter den bei Oskar Mann (Mundarten der Lurstämmen, 1910) aufgelisteten Lurstämmen befinden sich die Zand nicht - Minorsky rechnet die Zand zu den Stämmen südlicher Gruppe der Kurdenstämme. In der Chronik der Zand-Dynastie steht: "Wie bekannt, gehört die Familie Zand zu den bedeutendsten Nomadenstämmen des Irāq. Im Irāq und Hiğāz sind sie ob ihrer Tapferkeit berühmt, und in Kühnheit, Mut und Weisheit haben sie nicht ihresgleichen.6" Wahrscheinlich ist die ursprüngliche Heimat der Zand tatsächlich die heutige Region Gûran (um Xaneqîn, ehemals Zehow) und Germiyan (um Kerkûk) gewesen, wo sie heute noch teilweise beheimatet sind7. Basierend auf irrtümlichen Forschungsergebnissen einiger Orientalisten, aus dem 20. Jahrhundert wurden die Zand zur Gruppe der Lurstämmen gerechnet8 9.


1
Minorsky, V.: Lak, EI, l III.P. 10.11.

2Kunke, Mariana: Nomadenstämme in Persien im 18. und 19. Jahrhundert. Berlin 1991, S. 78. 

3Percy Molesworth Sykes: A History of Persia, 2004, s. 277.

4Karim Khan Zand: http://www.encyclopedia.com/doc/1G2-3404703458.html (letzter Besuch: 10.08.08)

5John R. Perry: KARIM KHAN ZAND, In: EncIr.

6Mīrzā Muḥammad Ṣādiq Mūsavī Nāmī Iṣfahānī: Die Tārīḫ-i Gītī-gušā zur Geschichte der Zand-Dynastie. Ins Deutsche übertragen von Hans Robert Roemer. Aus dem Nachlass hrsg. von Christoph Werner. Universität Freiburg, Freiburg i. Br. 2006, s. 10.

7Mehmûd Ezîz Hesen;"Kurteyek Le Mêjûy Hozî Caf û Basî Hendêk Le Tîrekanî", 1985, Silêmanîye, s.7

8John R. Perry: KARIM KHAN ZAND, In: EncIr.

9M. R. Izady: The Kurds, Washington 1992, s. 54-55.


Die Zand (Zend)

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