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Gesellschaft: Kird
Geschrieben am Dienstag, 11. November 2008 von Baran Ruciyar

Gesellschaft

Kird, das Endonym der Kirmanc-Kurden in Çewlik und Amed, mit der sie sich vor allem von der nicht-kurdischen Bevölkerung (z. Bsp. Armenier, Türken oder Araber) abgrenzen.



Al Doohudi nach hätte sich die Bezeichnung der Kurden aus Cyrtii, das in den hellenistischen Quellen erwähnt wird, entwickelt. Einige jedoch neigen dazu, es mit dem persischen „Gurt“ Held in Verbindung zu bringen. Die Intension des Begriffs Kurd umfasst in  soziolinguistischer Hinsicht die Gesamtheit des kurdischen Volkes, manche Gelehrte jedoch beschränken es auf die Sprecher des Kurmancî. Was den "Zaza" (türkische Bezeichnung für Kirmanc-Kurden) angeht, so definieren sie sich mit arabischen Buchstaben geschrieben als "Kird", unter jenem Ethnonym sie einen echten Kurden verstehen. Die anderen Kurden, genauer gesagt die Kurmanc-Kurden, werden mit dem Suffix -as, kirdas, bezeichnet. -as ist hier der Diminutiv, im Deutschen mit dem Suffix -chen zu vergleichen, der aber in soziolinguistischem Sinne eine Abwertung ausdrückt, d.h. die Kurmanc werden nicht als "wahre" Kurden betrachtet (Badıllı, s. 6 & Gökalp, s. 51). Es steht außer Frage, dass ein Zusammenhang zwischen den beiden Begriffen „Kird“ und „Kurd“ besteht. Offenbar ist kird nur eine Assimilation von Kurd oder auch andersherum. Auch die Hewramî und andere südlichen Gruppen der Kurden haben den Begriff Kurd durch Kord ersetzt und nennen sich Kord.

Obgleich ursprünglich die gesamte kirmanckîsprachige Bevölkerung, hauptsächlich Sunniten die mit den kurmancîsprachigen Kurden dieser Region, eine ethno-kulturelle Gemeinschaft bilden, zwischen Palû und Pîran sich selbst als kird definierten, so ist es gegenwärtig auf wenige Dörfer nördlich von Pîran reduziert, da sich die türkische Bezeichnung Zaza hier als Eigendefinition mittlerweile kird gegenüber durchgesetzt hat. Besonders in Palû und Umgebung wird dieser Begriff heutzutage sogar abgelehnt, man nennt sich "Zaza". Die Definition von kird kommt jedoch ebenso aus dem Dialekt, da die Kurden, die sich selbst Kird nennen, alle im Grunde den gleichen Dialekt sprechen. Kirdkî, die Sprache der Kird. Damit kann man ihre Identitätsdefinition auch mit der Sprache in Verbindung bringen. Dem stehen Kirmanc und Dimilî gegenüber, obwohl die Kirmanc-Kurden in Dêrsim dieselbe Sprache mit den Kird-Kurden, mit leichten Dialektsunterschieden, sprechen, nennen sie sich "kirmanc". Dasselbe ist auch bei den kirmanckîsrachigen Kurden in Siwereg zu beobachten, auch sie definieren sich über ihren Dialekt, "dimilî" nach dem Stamm Dimilî. Ob kird jemals ähnlich wie „Dimilî“ auch einen Stamm oder wohlmöglich eine Stammeskonföderation bezeichnete bleibt offen. Sachdienlich wäre jedoch die Erwähnung des Girdkî Stammes, ein kurdischer Stamm mit einem nahezu identischen Namen. Der Stamm Girdkî oder manchmal auch „Kurdkî“ genannt; Minorsky (Kurden, In: EI1) nach lebt „Girdkî“ nahe des Heimatterritoriums der Kird. Doch spricht dieser im Gegensatz zu den kird, einen Subdialekt der Kurmancî.

 

 


 Quellen: Ziya Gökalp: Kürt Aşiretleri Hakkında Sosyolojik Tetkikler, Komal Yayınları, Ankara 1975. Kemal Badıllı: Türkçe zahlı Kürtçe Grameri (Kurmancca lehçesi) 1965. Roşan Lezgîn: Kirmanckî (zazakî) û edebîyata wê, in Nûbihar 100. Malmîsanij: Kird, Kirmanc, Dimili veya Zaza Kürtleri, Istanbul 1966. Blau, Joyce: Gurani et Zaza, in: Schmitt, R. (Hrsg) Compendium Linguarum Iranicarum, Wiesbaden, 1989. Zuhdi al Dahoodi: Die Kurden. Frankfurt/M. 1987 Suvar Temizbas. Dimli. Wir, unsere Heimat und unsere Sprache, URL: http://17.stuts.de/procs/temizbas.html (letzter Besuch: 12.07.08)


Kird

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