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Afrika/Asien/Australien: Kurden in Ostafrika und ihr Einfluss auf den ostafrikanischen Handel
Geschrieben am Sonntag, 21. September 2008 von rinret

Diaspora

Während andere Völker wie die kurdische Dynastie der Zelaniden ans Schwarze Meer auswanderten, gab es eine vergleichbare Metamorphose unter einem kurdischen Stamm der Badhrangid/Barzangid. Sie verließen ihre Bergregion und wanderten an den Persischen Golf und Carmania, an die Straße von Hormuz.

Schon bald lernten die Badhrangid die maritime Region mit ihren Vorteilen wie Reichtum und militärische Möglichkeiten schätzen. So wurde Mazun im heutigen Oman ihr erster großer überseeischer Besitz am Persischen Golf und Golf von Oman. Suhar erwählten sie als dann zu ihrer Hauptstadt der Region und drangen im 1.Jh. v.u.Z. zu den ostafrikanischen Inseln vor, wie Sokotra, Sansibar, Pemba und Mafia sowie weiter zu den Komoren und Madagaskar. Im ersten Jahrhundert unserer Zeit waren die Badhrangid bereits die herrschende Seemacht im Indischen Ozean und hatten neue Häfen von Madagaskar bis Somalia gegründet.

Mit der Expandierung der Sassaniden in der Heimat der Badhrangid mussten die Badhrangid ihre ursprüngliche Heimat gänzlich aufgeben und sich in Übersee ansiedeln.
Leider bestehen heute keine Aufzeichnungen mehr über eine genauere Ansiedlung der Badhrangid, ob sie nun zuerst im heutigen Oman ihren Mittelpunkt hatten oder gleich nach Ostafrika übersiedelten. Fakt ist jedoch, dass sie von den Sassaniden spätestens im Ende des 3. zum 4. Jahrhunderts entgültig von ihnen nach Afrika vertrieben wurden, wo sie weitere 500 Jahre dort in ihrer Diaspora sogar die Perser überlebten.

Nach ihrer entgültigen Ansiedlung in Afrika dehnten sie auch ihre Handelswege bis nach Ostasien aus, der ihnen zu großem Reichtum verhalf. So betrieben sie mit Indien, Indochina und sogar dem Pazifischen Raum regen Handel. So wäre am Ende sogar zu behaupten, dass ihre Vertreibung durch die Perser am Ende ihnen zu Gute kam.

Bereits 110 u.Z. kann man über Handelswege der Badhrangid im Indischen Ozean in verschiedenen Seefahrtsaufzeichungen nachlesen.
Prof. Izady führt sogar den Namen Sansibar/Zanzibar (Zangi-bar, heißt Küste der Barzangi)  auf sie zurück, weiterhin sollen sie die heute noch existierenden Städte wie Mombasa, Malindi, Brava und Mogadischu gegründet haben. Diese These wird auch von Reusch und Ungar bestätig, die Handelszentren in vorislamischer Zeit in Afrika gegründet durch iranische Völker verzeichneten.  

Heute ist nicht mehr nachweisbar, in wie weit auch die Sassaniden Einfluss auf Ostafrika hatten, jedoch wurde die Unabhängigkeit zum Indischen Ozean der Badhrangid mit dem Eingreifen von Şapor I., den Nachfolger von König Adaşer beendet.
In der Mitte des 6. Jh. verloren sie die Kontrolle der Handelswege nach Jemen und in den Nahen Osten. Dies könnte ein Impuls der Badhrangid gewesen sein, sich neue Märkte zu suchen. So zog nach der kurdischen auch die persische Kultur in Indien und Südchina ein.
Archäologische Funde und andere Quellen deuten bei zoroastrischen Tempeln eher auch die Badhrangid hin als auf die Perser.

Verschiedene Reisende und Wissenschaftler wie Joao de Barros, Reusch und ebenso die Chronik von Kilwa, einem Reich an der Küsten in Tansania,  berichten von einer zweiten Zuwanderung aus dem Norden. Diesmal kamen Perser und die Şabankara Kurden aus der Şiraz-Region nach Ostafrika. Sie gründeten dort das Zanj (schwarz) Reich, das mehr als 500 Jahre, von 980 bis 1513, bestand. Ihr Zentrum lag in Kilwa, deren Gründer, Hasan ibn Ali über die Küste von Lamu im Norden bis nach Sofala im Süden herrschte, wobei das Reich wohl noch größer war.





Hasan ibn Ali kaufte für ein Stück Stoff die nahegelegene Insel von dem dortigen Herrscher ab und gründete dort seinen Handelsstützpunkt. Außerdem schütze die Insel die Şabankara vor den Überfällen der Eingeborenen vom Festland. Hasan ibn Ali ging sogar so weit, die schmale Wasserstraße noch zu vertiefen. Eine Geschichte hierzu ist ein Überfall der Afrikaner, wo innerhalb einer Woche 2000 Bewohner gegessen worden seien sollen.
Hasan’s Sohn Hussein ging dann gegen die Eingeborenen sehr aggressiv vor. Er besetzte die Insel Mafia, die er allerdings nach einem Aufstand der Afrikaner 1020 wieder abgeben musste und flüchtete nach Sansibar. Von dort eroberte er Kilwa zurück. Später wandelte er seinen Herrschaftsstil zu mehr Milde und Kilwa erlebte eine erneute Blüte.
Ihr Handel beruht vor allem auf Gold im Süden und Elfenbein im Norden. Ebenso war der Sklavenhandel schon sehr weit entwickelt, denn bereits 750 gab es 400 schwarze Soldaten in der Armee des Sultans von Bagdad.

Viele dort nennen sich selbst auch „Afro-Şirazi, was sich auch in der Parteienlandschaft von Sansibar niederschlug, wo eine „Afro-Şirazi-Partei existiert.
Eine weitere Bestätigung des Kilwa-Reiches wurden durch Münzenausgrabungen, die eine Prägung „Seine Majästät der Sultan Ali bin al-Hasan“ trugen, bestätigt.
Später wurde auch Sansibar zur Kolonie und hierher kamen die Portugiesen, Deutschen und Engländer. Spätestens während der afrikanischen Befreiungsrevolution gingen die letzten Spuren der kurdischen Dynastie langsam verloren.


Quelle: Prof Izady, History, auf KEO, URL: http://www.kurdistanica.com/ (letzter Besuch: 01.02.08). J. Ki-Zerbo: Die Geschichte Schwarzafrikas. 1992.

 


Kurden in Ostafrika und ihr Einfluss auf den ostafrikanischen Handel

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