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Medien: Kurden in türkischen TV-Sendungen
Geschrieben am Dienstag, 10. Juni 2008 von rinret

Organe Baran Ruciyar schreibt:

Bis in den späten 80iger war Trt der türkische Staatsfernsehkanal, der einzige TV - Sender in der Türkei. Auch wenn die Trt nicht immer so vorbildlich seine Aufgaben hinsichtlich der Probleme der Nation der Türkei erfüllte, unter denen wohl das wichtigste ist die kulturellen Bedürfnisse der Kurden zu ignorieren, war das Verhältnis der Kurden zum Sender Trt recht harmonisch geprägt.

Die Aufgabe des Senders bestand sowohl damals als auch heute darin, das kurdische Kulturgut ins türkische zu übersetzen und dies als Türkisch zu verkaufen. Schloss damit für die Zuschauer die eigene Wahl möglichst unterschiedlicher Charaktere aus dem „Türkischen Vaterland“ zu präsentieren, aus denen man eventuell seine persönlichen Vorlieben hätte ziehen können. Bis vor 4 Jahren war auf Trt Kurdisch verboten. Man achtete sogar drauf dass Begriffe wie „Kurde“ oder „Kurdisch“ nicht auf Trt vorkommen. Erst seit 4 Jahren sendet Trt jede Woche 1 Stunde auf Kurdisch.

Mit der Entwicklung der TV – Branche, durch die Familie Özal und die Doğan Holding, anfangs der 90iger in der Türkei, begannen die großen türkischen Privatsender, wie Show TV, Kanal D, Star, Fox (Ehemaliger TGRT) und Atv Serien im Osten zu drehen, in jenen Gebieten in denen Kurden leben. Der Inhalt der Filme besteht darin das z.B. kurdische Namen, kurdische Sitten und Gebräuche, der Akzent der Kurden vorkommen. Diese Serien werden auf kurdische Kosten produziert.

Die gedrehten Serien geben das Leben im Osten nur am Rande wieder. Meist geht es in diesen Seifenopern um zwei Liebende und den damit verbundenen Problemen in der Familie. Die wahren Probleme, die auf kurdischem Gebiert existieren, werden im diesen Sendungen übergangen oder die Situationen wurden verschönt dargestellt.

Dem ohnehin kurdischen Darsteller wurden typisch kurdische Charaktere verpasst, Charaktere für die Augen der Türken.

 

Die Aufgabe des Senders bestand sowohl damals als auch heute darin, das kurdische Kulturgut ins türkische zu übersetzen und dies als Türkisch zu verkaufen. Schloss damit für die Zuschauer die eigene Wahl möglichst unterschiedlicher Charaktere aus dem „Türkischen Vaterland“ zu präsentieren, aus denen man eventuell seine persönlichen Vorlieben hätte ziehen können. Bis vor 4 Jahren war auf Trt Kurdisch verboten. Man achtete sogar drauf dass Begriffe wie „Kurde“ oder „Kurdisch“ nicht auf Trt vorkommen. Erst seit 4 Jahren sendet Trt jede Woche 1 Stunde auf Kurdisch.

Mit der Entwicklung der TV – Branche, durch die Familie Özal und die Doğan Holding, anfangs der 90iger in der Türkei, begannen die großen türkischen Privatsender, wie Show TV, Kanal D, Star, Fox (Ehemaliger TGRT) und Atv Serien im Osten zu drehen, in jenen Gebieten in denen Kurden leben. Der Inhalt der Filme besteht darin das z.B. kurdische Namen, kurdische Sitten und Gebräuche, der Akzent der Kurden vorkommen. Diese Serien werden auf kurdische Kosten produziert.

Die gedrehten Serien geben das Leben im Osten nur am Rande wieder. Meist geht es in diesen Seifenopern um zwei Liebende und den damit verbundenen Problemen in der Familie. Die wahren Probleme, die auf kurdischem Gebiert existieren, werden im diesen Sendungen übergangen oder die Situationen wurden verschönt dargestellt.

 

Dem ohnehin kurdischen Darsteller wurden typisch kurdische Charaktere verpasst, Charaktere für die Augen der Türken.

Da zuvor die Bevölkerung keine solcher Serien kannte, wuchs das Interesse der Bevölkerung. Dies trug dazu bei, dass die TV - Sender derartige Produkte maximierten, denn für die Türken ist es eine völlig neue und vor allem fremde Welt, die sie da zu Gesicht bekommen hat. Während Kurden, wenn auch übertrieben dem Klima an den sie in Kurdistan gewöhnt sind, dadurch näher gebracht werden.

Mit der Zeit verloren die guten alten Liebesgeschichten, Kriege, Rebellionen, Legenden etc. aus dem Osten an Reiz. Der Darstellung von sogenannter „Realität“ sollte diesen Serien nun neuen Schwung geben, damit werden die heute ausgestrahlten Sendungen von den Türken dermaßen übertrieben, dass nur noch negative Seiten der Kurden vorkommen. Thematisiert werden der kurdische Feudalismus, der die Menschen dort demoralisiert, alte Sitten und Traditionen, die  heute schon lange nicht mehr praktiziert werden, oder sie stellen die Kurden kurz als Kriminelle oder in neuster Zeit Terroristen dar.

Deswegen kommt seitens der Kurden in letzter Zeit immer wieder zu Angriffen auf die Produzenten dieser Serien in Kurdistan, da sie sich durch diese Serien demoralisiert und provoziert fühlen.
Anderseits werden seit paar Jahren, auch Serien gedreht, in dem es hauptsächlich um Südkurdistan und ein wohlmögliches Freies Kurdistan geht. In diesen Serien werden Kurden als Feinde und minderwertige Menschen dargestellt.

Drei aktuelle antikurdische Serien im türkische TV-Sender, die in Kurdistan produziert werden

 

 

Sila


In Sila handelt es sich um eine Liebesgeschichte zwischen einem kurdischen Agha, und eine reiche Frau in Istanbul. Auch dort geht es um Morde, seltsame Sitten und Menschentragödien, die durch den kurdischen Feudalismus verursacht werden. Die Kurden werden als unzivilisiert und blutdürstig dargestellt.


Yarali Yürek (Verletztes Herz)

In Yarali Yürek geht es um einen Mädchen namens Beyaz, die von dem Agha ihres eigenen Stammes mehrmals vergewaltigt wird. Das wird wie einen Schicksalsschlag dargestellt. Die Verhältnisse ändern sich rasch, als der Sohn des Aghas seinem Vater um Erlaubnis bietet, Beyaz zu heiraten. Trotzt heftiger Gegenwehr von dem Agha des Stammes, der auch Beyaz vergewaltigt hatte, heiraten beide.

Das Schicksal nimmt seinen Verlauf, nachdem der Bräutigam bemerkt, dass Beyaz keine Jungfrau ist. Da sie damit angeblich gegen die Stammesgesetze verstoßen hat, wird gegen sie sofort die Todesstrafe erhängt. In dieser Phase geschehen Dinge, die mit der kurdische Kultur und Lebensweise nichts zu tun haben Die Menschen in Kurdistan werden unzivilisiert dargestellt, denen es nur um ihre eigene Stammesgesetze geht.
Letztendlich gelingt es Beyaz völlig erschöpft, ihren Freund einen Staatsanwalt zu treffen, beide nehmen dann den Kampf gegen die unmenschliche Gesetzte der kurdischen Feudalherren auf. Die kurdische Bevölkerung war über die Denunziation so sehr entrüstet, dass Drehorte und Darsteller mehrmals von der lokalen Bevölkerung angegriffen wurden.

 

 

Kurtlar Vadisi (Im Tal der Wölfe)

 

 Diese Produktion ist der bisherige traurige Höhepunkt dieser Entwicklung. Die erste Staffel dieser Serie, die von einem Polizisten in der verdeckten Ermittlung in der Istanbuler Unterwelt erzählt, war sowohl bei den Türken als auch bei den Kurden sehr beliebt, auch wenn der Film mit den alten Klischees, die Kurden in der Westtürkei sind meist in mafiösen Strukturen organisiert, spielt. Um dieser Produktion das i-Tüpfelchen aufzusetzen, endete die erste Staffel mit einem Kinofilm, der den Irakkrieg und die Entstehung einer kurdischen Teilautonomie verarbeitete. In dem Kinofilm „Kurtlar Vadisi Irak“ wird nicht nur mit den sogenannten terroristischen Kurden abgerechnet sondern alle Nationen, die irgendwie an diesem Ereignis im Irak beteiligt waren, werden in dem Film auf äußerst negative Weise dargestellt. Rettung erfährt das einfach kurdische Volk im Irak nur durch die eine Gruppe von Türken, die sich moralisch verpflichtet sehen, einzugreifen. Der Film ist eine bloße Aneinanderreiung von schwarz/weiß-Malerei, der nicht nur unter den Kurden sondern auch international für Protest gesorgt hat. Innerhalb der türkischen Bevölkerung kam der Film jedoch gut an, so dass eine zweite Staffel produziert wurde. Diese neue Staffel war allerdings so brutal und dem kurdischen Volk gegenüber erniedrigend, dass im Land nicht nur Kurden massiv gegen diese Serie protestierten sondern auch Türken. Nach nur einer Ausstrahlung musste diese Staffel abgesetzt werden.

 


Kurden in türkischen TV-Sendungen

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