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Allgemeine Geschichte: Mamesenî
Geschrieben am Samstag, 30. August 2008 von Baran Ruciyar

Herrschaftsstrukturen

Mameseni, ist eine Stammeskonföderation der Großluren in Südluristan.

Ihr Name soll eine Zusammensetzung des Namens Muhamed Hasani, der angebliche Gründer des Stammes, sein1. Die Mameseni sind eines der Zweigen des lurischen Volkes und bewohnen hauptsächlich die Region zwischen Fars (Landkreis: Mamasani) und Khuzistan.

Die Luren zerfallen sprachlich in zwei Gruppen2. Zur Gruppe der Großluren gehören die Mameseni, die Kuh Gilu und die Bakhtiari (Die Bakhtiari haben einige unbedeutende sprachliche Eigentümlichkeiten). Zur Gruppe der Kleinluren werden die Bala Gariva und Luri Luristan zugerechnet3.

Die Luren sind wie die Kurden auch in Stämmen organisiert. Einer der lurischen Stammeskonföderationen ist, die Mameseni-Konföderation. Sie bewohnt die Region zwischen Khuzistan und Fars, das man Shulistan nennt. Ihre wichtigste Clans sind4:

Omeki
Terabi
Kedavi
Medihe
Ekurd
Kurlad
Bakash, zerfallen in vier Unterabteilungen:

*Ale Mîr

*Baba Salar

*Alîvand

*Kerrayî
Cawi/Cawidi, zerfallen in 11 tîra (Klans)5:

*Ahmed Harûnî

*Juîcan

*Helqeye Harûn

*Dih-e Sheikh

*Rûd-e khurjî

*Sallarî

*Genja

*Kevarî Serkuhî

*Melûlîye Erebî

*Mîr Hasan Abdûllah

*Mîrsan
Dushmanziyarî,
Rustamî

 

Sie selbst, wie auch die alten Handschriften, zählen zu den ältesten iranische Stämmen. Wahrscheinlich stammen sie ursprünglich aus Sistan und gehören wohl zu der Großlurischen Volksgruppe. Ihre Hochburg war der unzugängliche Berg an der Grenze zu Madast - das Qaleye Safid, die weiße Burg. In den 70igern wurden die Mameseni auf 200 000 Familien geschätzt. Sie galten damals als sehr bösartige Menschen und wurden für Diebe Wegelagerer gehalten.

 

Zur Zeit schätz man ihre Zahl auf 300 000 Menschen. Traditionsgemäß üben die Mameseni ein seminomadische Leben aus und verbringen Winter in den Holz- und Schlammziegelsteinhäusern nördlich der Provinz Fars, dort, wo sie auch kleine Ländereien kultivieren.

 

Im Sommer bewegen sich die gesamten Clans auf die Weiden der Gebirge und stellen dort ihre schwarzen Ziegenhaar-Zelten auf. In den Bergen nehmen sie vor allem Früchte, Wurzeln und Kräuter mit und jagen unterwegs Tiere und Vögel, um ihre auf Ziegenfleisch reduzierten Diät zu ergänzen.

 

 

Mamasani Frauen produzieren Teppiche und Kelims gänzlich aus lokalen Materialien. Obgleich der Islam seinen Einfluss für Jahrhunderte unter den Mameseni gehalten hat, wird er von diesen anders ausgelegt. Die Mameseni sind ausnahmslos Schiiten, die Staatsreligion des heutigen Iran. Trotz einer durchdachten Sozialstruktur der endogamen Clans, mussten sie schon allein durch die vielen Konflikte, die uns ihre Historie erzähl, viel durchgemachen6.

 

Seit der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts sind die Mamasani externer Unterdrückung der persischen Zentralgewallt ausgeliefert. Die Pehlevi Shahs, auch wenn sie erfolglos geblieben sind, zwangen die Clans ihr nomadisches aufzugeben. Weiter hat ein massiver Exodus zu den Metropolen die fast ganze männliche Jugend in diesem Bereichs beeinflusst, die häufig in den Städten in niedrig zahlenden Beschäftigungen tätig sind, und versuchen sich in die prestigevollere farsisprechende iranische Gesellschaft zu integrieren. Dadurch ändert sich die Gesellschaft der Mameseni, die sich allmählich unserer westlichen Verhältnisse versucht anzupassen. Die einstigen Legenden, Märchen, Raubzüge und Kämpfe stoßen nur noch bei den Alten auf Interesse.

 

 


 

1 Vgl. Kunke, Marina: Nomadenstämme in Persien im 18. und 19. Jahrhundert. IN: Islamkundlichen Unterschuchungen, Bd. 151, Berlin 1991

 2 Compendium linguarum Iranicarum/ hrsg. von Rüdiger Schmitt. - Wiesbaden: Reichert, 1989, ISBN 3-88226-413-6 

 3 Vgl. Minorsky, V.: LUR, In: EI1, s. 47.

 4 The Tribes of Western Iran von V. Minorsky. Veröffentlicht in The Journal of the Royal Anthropological Institute of Great Britain and Ireland, Vol. 75, No. 1/2 (1945), S. 73-80

 Oskar Mann, persisch-kurdische Forschungen II., Die Mundarten der Lur-Stämmen, S. XVI ff. 

6 BÂHENDAYAL: BIRD CLASSIFICATION IN SOUTHERN LURI (IRAN) ERIK JOHN ANONBY Talen en Culturen van Afrika, Leiden University, P.O. Box 9515, Leiden 2300 RA, Netherlands, Journal of Ethnobiology 26(1): 1–35 Spring/Summer 2006


Mamesenî

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