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Geographie/Demographie: Pişte Kuh
Geschrieben am Montag, 18. August 2008 von Baran Ruciyar

Geographie

Pişte Kuh (kurd. Pişte Kû, tr. jenseits der Berge oder jenseits des Bergs), der historische Name von Luristanî-Feylî (vgl. Pehle).

Betrachtet von der iranischen Hochebene wird Luristan von der Bevölkerung in zwei geographische Bereiche, durch die Kabir-Kuh Gebirgskette, die letzte Hauptkante vor dem mesopotamischen Tiefland, unterteilt. Der westliche Teil wurde Pişte Kuh, buchstäblich „hinter dem Berg,“ genannt, während der größere Nord- und das Ostteil Pişe Kuh „vor dem Berg“ genannt wird. In den modernen Verwaltungsgrenzern ist Pişte Kuh gegenwärtig Teil der Provinz Îlam und wird zwischen den iranischen Provinzen von Kirmaşan, Luristan und Khuzestan und einige Ortschaften auf der irakischen Seite entlang der irakisch-iranischen Grenze, aufgestellt. Es wird in die Bezirke Ayvan, Şirvan-Çardavol, Îlam, Darra Şahr, Mehrān und Abdanan unterteilt. Bis 1929 wurde die Region von de facto-autonomen Gouverneure (wāli) von Pişte Kuh verwaltet. Ab dem 19. Jh. wurde die Region sehr intensiv von den Europäern erforscht. Es wurden zahlreiche archäologische Funde der Kassiten, Sassaniden und Elamiten gemacht (vgl. Luristan-Bronze).

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Die Pişte Kuh Landschaft wird durch kleine Intra-Gebirgsebenen oder Täler beherrscht. Auf den Tälern der Kabir-Kuh befinden sich die Qişlak der nomadischen Stämmen. Generell ist der Prozentanteil der Nomaden hier geringfügiger als in Pişe Kuh, wo die meisten Lekstämme noch heute semi-nomadisch leben. Einige von ihnen durchqueren die Region während ihrer Reise Richtung Khuzestan, wo sich ihre Yaylaq befinden. Pişte Kuh wird mehrheitlich von der lekî- und kelhurisprachigen Bevölkerung aus dem Feylî-Stamm bewohnt. Daneben leben hier auch Luren der großen Bala Gariva Konföderation und Perser. Bis vor kurzem noch wurde die Bevölkerung von Pişte Kuh, pauschal „Feylî“ genannt. Anscheinend ist ihre Selbstdefinition bis heute so geblieben. Der eigentliche Volksstamm Feylî ist jedoch ein Stamm der Lek-Kurden (vgl. Lek). Die Lek unterscheiden traditionell ihre Siedlungsgebiete in Pişe Kuh (vgl. Pişe Kuh) und Pişte Kuh. Zwei Begriffe, die eigentlich im Zusammenhang mit den benachbarten Luren öfters erwähnt werden. Die Lek sind von der Mehrzahl her Yarsanisten. Eine Ausnahme stellen hier die Feylî, von denen sich die Mehrheit zu dem islamischen Schi´ismus bekennt. 


Literatur: Ernie Haerinck and Bruno Overlaet: Pošt-e Kuh, in: EncIR (noch nicht veröffentlicht, abgerufen am 23.07.08. URL: iranica.com). Louis Vanden Berghe and A. Tourovets: Prospections archéologiques dans le district de Shīrwān-Chardawal (Pusht-i Kūh, Luristān), in: Iranica Antiqua 27, 1992, pp. 1-73. I. K. Fattah: Les dialectes kurdes m´eridionaux, in: E´tude linguistique et dialectologique, Louvain, 2000. Anonby, Erik John: Kurdish or Luri? Laki’s disputed identity in the Luristan province of Iran IN: Kurdische Studien 4. + 5. Jahrgang (2004/2005). Minorsky, Vladimir: »Lak.« In: The Encyclopaedia of Islam. New edition, vol. 5: Khe–Mahi. Leiden: Brill, pp. 616-17. ders: »Lur.« In: The Encyclopaedia of Islam. New edition, vol. 5: Khe–Mahi. Leiden: Brill, pp. 821-6. Bruno Overlaet: The Early Iron Age in the Pusht-i Kuh, Luristan, Luristan Excavation Documents 4, in: Acta Iranica 40, Leuven, 2003.

 

 


Pişte Kuh

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