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Sprachen: Prof. Dr. Oskar Mann
Geschrieben am Sonntag, 01. Juni 2008 von Baran Ruciyar

Linguistik

Prof. Dr. Oskar Mann, ein preußischer Orientalist und Philologe. 18.9.1867 in Berlin geboren, 1918 in Berlin gestorben.

Mann absolvierte sein Studium an der Friedrich-Wilhelms-Universität. Er war einer der ersten deutschen Wissenschaftler überhaupt, der sich äußerst intensiv mit der Sprache und Kultur der Kurden auseinander gesetzt hat. Seine gewonnenen Erkenntnisse erfüllen heute noch den Grundbasis der Studien über die kurdische Sprache. Der große Verdienst Oskar Manns ist, dass er erstmalig die iranischen Dialekte in südwest- und nordwestiranischen Gruppen aufteilte. Außerdem betonte er als erster die tiefgehende Scheidung der Lur-Dialekte vom Kurdischen und die dahingestellte Behauptung der Eigenständigkeit des Zazaki und Hewrami (er nennt es Gûranî), stammte ebenfalls von ihm.

 

Oskar Mann wurde für das sprachwissenschaftliche Monumentalwerk, Kurdisch-Persische Forschungen: Ergebnisse einer von 1901-1903 in Persien ausgeführten Forschungsreise von Oskar Mann und Karl Hadank, Berlin 1901-32, von seinem Dienst an der königlichen preußischen Bibliothek für vier Jahren beurlaubt. Zwischen 1900-1910 unternahm er viele Forschungsreisen nach Zentralasien, Kurdistan und Persien. Während seines über 20 Monate dauernden Aufenthalts unter den Kurden hat er viele Sprachproben gesammelt, die er später unter den Name Kurdisch-Persische Forschungen herausgab.

 

Nach seinem Tod 1918 wurde Karl Hadank als Nachlaßverwalter bestimmt, der seine Aufzeichnungen weiter veröffentlichte. Die sprachwissenschaftliche Bearbeitung bestand in der Darstellung der Grammatik, der Ausarbeitung von Glossaren und vergleichenden Tabellen der Verben und Zahlwörter sowie der Erstellung von Kartenskizzen. Behandelt werden u.a. die Tajik-Mundarten der Provinz Fars mit einem Exkurs über die kurdische Sprachinsel Kalûn Abdû, die Mundarten der Lur-Stämme in Südwestpersien Luristan, der Gûran-Stämme, die Mundarten der Mukrî-Kurden und der Zaza-Stämme. Weiterhin werden südkurdische Mundarten aus der Provinz Kirmaşan sowie der Lekî-Dialekt und der Kurmancî-Dialekt des Kurdischen analysiert. Beigegeben sind weiterhin Proben der Gûran-Literatur und der ostkurdischen Volksepik sowie der Kunstpoesie des Soranî.


Prof. Dr. Oskar Mann

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