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Architektur: Xoşab-Burg
Geschrieben am Dienstag, 04. November 2008 von Baran Ruciyar

Allgemeine Geschichte

Xoşab (türkisch: Hoşap Kalesi oder Mahmudiye, aus dem Persischen: schönes Wasser), eine von den Mehmûdî-Fürsten im Jahre 1643 errichtete Burg in der Nähe Dorfes Güzeldorf (schönes Dorf), Landkreis Xawesor (Güzelpinar = schöne Brunnen) in der Provinz Wan/Van.

hosap.jpg

Die Burg Xoşab, die als eine Festung diente, wurde 1643 von dem Kurden Zeynel Beg, einem Fürst des Mehmûdî-Stammes erbaut und ruht auf uratitischem und seldchukischem Fundament. Sie befindet sich 58 km südlich der Stadt Wan, auf der Hekkarî-Wan-Straße. Die imponierenden Ruinen der Festung bestimmen heute das Bild des kleinen Ortes Xoşab (Güzelsu). Xoşab erhebt sich wie ein Märchenschloss in der gebirgigen Wüste, es scheint so, als hätte Zeynel Beg die Stille aller Zeiten missachtend, seinen Kindheitstraum in Stein umgesetzt. Es ist sehr schwer die Festung mit ihrem  den arabischen, persischen, armenischen oder türkischen Architekturstill stilistisch einzuordnen. Die Burg, die auf einem steilen ca. 20 m hohen Felsen über dem Fluss Xoşab aufragt, wird durch die Brücke (vgl.Xoşab-Brücke) mit der anderen Seite des Flusses verbunden. Der Aufstieg befindet sich im Westen. Das ausgedehnte Burggebiet, das sich weit nach Norden hinzieht, ist von Mauern mit mächtigen runden Türmen umgeben; der Westturm diente für die Mehmûdî-Fürsten als Wach- und Beobachtungsturm.

xosab_burg.jpg

 

 

 

 

Die eigentliche Burg liegt im Südosten der Anlage. Der innere Festungswall hat Reste einer seldschukischen Befestigung aus dem 14. Jh. verwendet, darum legt sich der mittlere, dann der äußere Mauerring, der mit Zinnen besetzt ist. In der Vergangenheit erlaubte der schlechte Zustand keine genau Besichtigung, unterdessen wurde es aber teilweise restauriert. Das innere Portal ist in gutem Zustand: Es zeigt eine ornamental gerahmte Bauinschrift (auf persisch), flankiert von Löwenreliefs. Die Burg ist umgeben von Mythen und Legenden: Die Burg hatte nach einer Beschreibung „360“ Zimmer (wohl im Sinne von unzählbar), zwei Moscheen, drei Bäder, zahlreiche Vorratskammern und einen Kerker; den Architekten sollen beide Hände abgeschlagen worden sein, damit er nichts vergleichbares mehr bauen konnte.

 


Quellen: vgl. Mehmûdî-Füsten, Xoşab-Brücke und Xoşab-Fluss. Vera und Hellmut Hell: Türkei II. Nordtürkei, Osttürkei, Südosttürkei, Stuttgart 1988, s. 166-167. Molly McAnailly-Burke: Türkei: [neu! Top 50, unsere besten Tipps], 2005, s. 413. Dorothea Negwer: Notizen aus Anatolien: Erfahrungen und Einsichten einer Diplomatenehefrau, 2001, s. 364; http://www.panoramio.com/ (letzter Besuch 22.06.08 - Bildquelle).

Xoşab-Burg

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